Corona-Krise: Notbetreuung für Kinder von „Schlüsselpersonen“ - Zahl der nachgewiesenen Fälle im Kreis Coesfeld steigt auf 152

Sie sind in diesen Tagen die sogenannten „Schlüsselpersonen“ – Menschen, die für die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur an ihrem Arbeitsplatz unverzichtbar sind, in der Versorgung der Bevölkerung, aber auch in der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung. Nur wie sieht es in diesen Tagen mit der Betreuung der Kinder aus, wenn Mutter oder Vater dort arbeiten müssen? Vom kommenden Montag (23. März 2020) an gilt eine Neuregelung des Landes NRW, was die Notbetreuung in Kindergarten und Schule betrifft: Unabhängig von der familiären Situation hat jede „Schlüsselperson“ nun einen individuellen Anspruch darauf.

Es reicht damit, wenn von einem Elternteil eine entsprechende Bescheinigung der Unabkömmlichkeit vorgelegt wird, es müssen nicht länger von beiden Elternteilen Bescheinigungen beigebracht werden. Alleinerziehende, die in kritischer Infrastruktur tätig sind, können sich weiterhin von ihrem Arbeitgeber eine entsprechende Bescheinigung ausstellen lassen. Mit Blick auf den allgemeinen Infektionsschutz sollte aber sehr genau überlegt werden, ob eine Notbetreuung wirklich erforderlich ist.

Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Coronavirus ist am heutigen Samstag (21. März 2020) im Kreis Coesfeld von 127 Fällen am gestrigen Freitag auf aktuell insgesamt 152 Fälle angestiegen. Diese Fälle teilen sich wie folgt auf: 13 Personen in Ascheberg, elf in Billerbeck, zwölf in Coesfeld, 37 Dülmen, acht in Havixbeck, 16 in Lüdinghausen, zehn in Nordkirchen, neun in Nottuln, fünf in Olfen, vier in Rosendahl und 27 in Senden. Unter den neu Infizierten sind einige Reiserückkehrer aus Risikogebieten, berichtet Celine Klostermann, Ärztin im Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld – und ergänzt: Die gute Nachricht ist: 15 Erkrankte konnten als gesund aus der Quarantäne entlassen werden.

In den absoluten Notfällen, in denen eine Alarmierung von Rettungsdienst oder Polizei erforderlich wird, ist der Informationsfluss ganz entscheidend. Wenn sie den Notruf wählen, müssen Betroffene klare Angaben machen: Sie müssen der jeweiligen Leitstelle direkt telefonisch mitteilen, ob in ihrem Haushalt eine Corona-Ansteckung nachgewiesen ist, ob ein Verdacht besteht oder jemand Grippesymptome zeigt. Nur so können sich die Einsatzkräfte entsprechend vorbereiten und schützen. Das dient auch der Sicherheit der Bevölkerung insgesamt – und gilt auch bei Notfällen, die nichts mit dem Coronavirus zu tun haben.

Das Infotelefon des Kreises zum Thema Coronavirus unter der Rufnummer 02541 / 18-5380 ist am Wochenende jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr geschaltet. Außerdem ist die Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung unter Telefon 116117 rund um die Uhr erreichbar. Auf der Seite www.kreis-coesfeld.de finden sich viele weitere Informationen.

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