Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird beauftragt, das Konzept für eine pilothafte, bedarfsorientierte Anbindung von Olfen und Nordkirchen an Selm Bahnhof weiterzuentwickeln und gemäß der aktuell gültigen Finanzierungssystematik ein Drittel der Kosten zu tragen.
Zwischen
den Kommunen Olfen, Nordkirchen und Selm bestehen aufgrund der räumlichen Lage
zueinander enge verkehrliche Verflechtungen. Insbesondere dem Bahnhof Selm mit
einem Anschluss an die RB51 in Richtung Dortmund kommt dabei eine zentrale
Bedeutung zu. Die heutige ÖPNV-Erschließung des Bahnhofs Selm erfolgt über die
beiden TaxiBus-Linien T52 (Nordkirchen) und T57 (Olfen) und ist nicht
zufriedenstellend. So sind nach heutigen Fahrplänen Verbindungen zwischen den Orten
sehr zeitraubend und mit großen Umwegen oder langen Wartezeiten verbunden. Dies
liegt u.a. daran, dass die Linien nicht gut aufeinander abgestimmt sind und
Umstiege nur nach langen Wartezeiten machbar sind. Erstes Ziel ist es daher,
stündliche Verbindungen zwischen Nordkirchen, Olfen und Selm zu Bedingungen zu
ermöglichen, die einerseits Akzeptanz bei den Fahrgästen finden, andererseits
wirtschaftlich tragbar sind.
Daher
arbeiten der Kreis Coesfeld, die Regionalverkehr Münsterland (RVM) und die
Kommunen Olfen und Nordkirchen in enger Abstimmung mit der Stadt Selm, dem
Kreis Unna und der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) an einem Pilotprojekt
für ein Konzept eines bedarfsorientierten („on Demand“) ÖPNV-Systems zur
effizienteren Erschließung der Fläche und einer verbesserten Anbindung an den
Bahnhof Selm.
Ausgehend
von den Erfahrungen aus dem BueLaMo Projekt ist für diese Zielsetzung ein auf
dem „Hub and Spoke“-System (Selm als Drehkreuz) und dem on Demand-System
basierendes Modell entwickelt worden. Neben der Erschließung der Orte und der
Zugverbindung nach Dortmund ist ein zweites Ziel, die verbleibenden zeitlichen
Spielräume für eine wohnungsnahe Anbindung in den drei Orten zu nutzen. In der
Kombination ist es damit möglich, einerseits eine Nahmobilität vor Ort, eine
verlässliche und schnelle Verbindung mit den Nachbarorten sowie eine optimale
Erreichbarkeit Dortmunds für die Pendlerinnen und Pendler andererseits zu
realisieren. Die heute nicht optimalen Erreichbarkeitswerte können so ganz
erheblich verbessert werden, zudem soll das Betriebszeitfenster erweitert
werden.

Abbildung: Grundidee des on
demand-Konzepts Olfen-Nordkirchen-Selm (Grafik: J. Himmelmann, bearbeitet: M.
Raabe)
Übernahme des Taxibuslinienangebots
Die
zuvor beschriebenen Linienverkehrsangebote in der Hauptverkehrszeit sowie das
On-Demand-Angebot in den Randzeiten könnten die bestehenden Taxibuslinien T57
über Olfen und T52 über Nordkirchen ersetzen, wobei die heutige Bedienung von
Nordkirchen und Werne durch die T57 noch zu prüfen ist. Dies führt zu Synergien
und Einsparungen, da die flexiblere Nutzung des Verkehrsangebots eine
effizientere Auslastung der Kapazitäten ermöglicht. Dies ist auch durch den
aktuellen Nahverkehrsplan gedeckt, der mit den Maßnahmen ML-IL.3 und ML-IL.4
für beide TaxiBus-Linien Angebotsverbesserungen vorsieht.
Anschluss an den Bahnhof in Selm
Von
zentraler Bedeutung für den Erfolg des Gesamtprojektes ist die Ausgestaltung
des Bahnhofs Selm als HUB. Dazu ist es erforderlich, die Ankunftszeiten
aufeinander anzupassen. Der RB 51 gibt als übergeordnete Linie mit seiner
Abfahrt um :35 den Takt für die Zubringer vor. Um einen reibungslosen Übergang
zur Bahn zu gewährleisten, beträgt die Umstiegszeit am Bahnhof Selm fünf
Minuten, was eine schnelle Weiterfahrt mit der RB51 in Richtung Dortmund
ermöglicht. Festgelegte „Ankerhaltestellen“ in Olfen und Nordkirchen sorgen
dafür, dass Fahrgäste rechtzeitig am Bahnhof Selm sind und der Bahnhof dort
effizient genutzt werden kann. Die Stadt Selm plant zudem, den Bahnhof zu einer
attraktiven Mobilstation umzubauen, die eine erhöhte Aufenthaltsqualität und
eine verbesserte Verzahnung mit weiteren Verkehrsträgern ermöglichen soll.
Angekündigter Förderaufruf für
On-Demand-Ridepooling in Nordrhein-Westfalen
Im
Rahmen des BueLaMo ist mit dem NRW-Verkehrsministerium ein derartiges Konzept
bereits diskutiert worden. Nunmehr besteht die Aussicht, dass das Land NRW
derartige on Demand Projekte fördert. Im Rahmen des angekündigten Förderaufrufs
„On-Demand-Ridepooling in Nordrhein-Westfalen“ können die Gemeinden Olfen und
Nordkirchen, in Zusammenarbeit mit der RVM sowie die Stadt Selm mit der VKU mit
einem gemeinsamen Antrag die Förderung für ihr Gemeinschaftsprojekt beantragen. Die Förderung erfolgt als
Anteilsfinanzierung und ist auf einen Höchstbetrag von 400.000 Euro für die
gesamte Projektlaufzeit begrenzt. Der Fördersatz ist degressiv gestaltet: Im
ersten Projektjahr beträgt er 50 Prozent, im zweiten Projektjahr 40 Prozent und
im dritten Projektjahr 30 Prozent der zuwendungsfähigen Betriebskostendefizite.
Der Förderzeitraum erstreckt sich über maximal drei Jahre, und die Projekte
können für einen Zeitraum zwischen 24 und 36 Monaten im Zeitraum von 2026 bis
2028 beantragt werden.
Tarifgestaltung
Der
Tarif dieser neuen Leistungen muss sich nahtlos in den Westfalentarif und das
DeutschlandTicket eingliedern, da für diese Verbindungen bereits gültige Tarife
existieren. Für die On-Demand-Verkehre hat der Aufgabenträger gemäß § 3 ÖPNVG
NRW die Tarifparameter der Grund- und Lückenschlussmobilität zu
berücksichtigen, was auch für die Preisgestaltung des On-Demand-Tarifs gilt. Dazu
müssen sich die Antragsteller mit dem Aufgabenträger und dem Kompetenzcenter
Marketing (KCM NRW) abstimmen.
II. Entscheidungsalternativen
Das Konzept für
eine pilothafte, bedarfsorientierte Anbindung von Olfen und Nordkirchen an Selm
Bahnhof wird nicht weiterentwickelt.
III. Auswirkungen /Zusammenhänge (Finanzen,
Personal, IT, Klima)
Finanzen:
Das Projekt soll wie folgt finanziert werden: Ein Drittel der Mittel für das Hub-and-Spoke-System wird vom Kreis Coesfeld bereitgestellt (Anbindung eines Bahnhofs außerhalb des Gemeindegebiets), während zwei Drittel der Mittel von den Kommunen Olfen und Nordkirchen übernommen werden. Die erforderlichen Mittel für die Fahrleistungen in den jeweiligen Orten (lokale on demand-Erschließung) sind von den jeweiligen Kommunen allein zu tragen. Zusätzlich können die oben genannten Fördermittel aus dem „Förderaufruf On-Demand-Ridepooling in Nordrhein-Westfalen“ die Umsetzung des Projekts in den Anlaufjahren unterstützen. Gegenüber den heutigen Aufwendungen für die beiden TaxiBus-Linien wird mit einer Erhöhung des kreisseitig getragenen jährlichen Eigenanteils zwischen 10 bis 20 T€ bzw. 30 bis 40 T€ gerechnet (mit bzw. ohne Förderszenario). Dem gegenüber steht ein deutlich verbessertes Fahrtenangebot.
Personal: /
IT: /
Klima:
Die klimatischen Auswirkungen des On-Demand-Systems sind positiv. Durch die effizientere Nutzung der Fahrzeuge wird der Individualverkehr verringert, was zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen führt.
IV. Zuständigkeit für die Entscheidung
