Beschlussvorschlag:
Ohne
Der Bericht der
Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
I. Sachdarstellung
Das
Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration
des Landes NRW (MKJFGFI) hat das Landesprogramm Kommunales
Integrationsmanagement (KIM) strategisch weiterentwickelt und stärker auf die
Integration in Arbeit und Ausbildung ausgerichtet. Ziel ist es, das
Fachkräftepotenzial von Menschen mit Einwanderungsgeschichte systematisch zu
erschließen. Vor dem Hintergrund des steigenden Arbeits- und Fachkräftebedarfs
ist die Arbeitsmarktintegration dieser Zielgruppen von zentraler Bedeutung.
Auf
dieser Grundlage wurde das Pilotprojekt NRW.integrativ ins Leben gerufen. Es
zielt darauf ab, vorhandene Unterstützungsstrukturen besser zu verzahnen, die
Schnittstellen zu Unternehmen zu stärken und Menschen mit Einwanderungsgeschichte
gezielter bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu begleiten.
Nach
einer Pilotphase in zehn Ruhrgebietsstädten ist der Kreis Coesfeld seit dem
01.07.2025 Teil der landesweiten Umsetzung von NRW.integrativ. Das Projekt wird
ohne zusätzliche Landesfördermittel umgesetzt. Vielmehr handelt es sich um eine
inhaltliche Neuausrichtung des KIM mit Fokus auf arbeitsmarktorientierte
Unterstützungsprozesse – unter Nutzung bestehender Strukturen und Ressourcen.
Auch für den Kreis entsteht kein zusätzlicher Aufwand.
Der
Kreis Coesfeld startet mit einem modellhaften Ansatz unter dem Titel „NRW.integrativ
U25“, der sich auf junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Alter zwischen
15 und 24 Jahren konzentriert. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit
zwischen dem Fallmanagement U25 des Jobcenters und dem Case Management des
Kommunalen Integrationszentrums (KI). Die operative Steuerung erfolgt über
bestehende Abstimmungsstrukturen und auf Grundlage abgestimmter
Übergaberoutinen.
Die
Zuweisung geeigneter Personen erfolgt durch das Fallmanagement U25 auf Basis
festgelegter Kriterien. Im Anschluss findet ein gemeinsames Erstgespräch (Fallmanagement
U25, KIM-Case Management, Leistungsberechtigte/r) statt. Das KIM-Case
Management begleitet die Nutzenden auf freiwilliger Basis und unter Beachtung datenschutzrechtlicher
Vorgaben. Zielvereinbarungen werden in einem Kooperations- und Teilhabeplan
dokumentiert. Die Fallverantwortung verbleibt beim Fallmanagement U25. Das KIM-Case
Management agiert unterstützend und koordinierend.
Inhalte
der Begleitung durch das KIM-Case Management können sein:
-
individuelle Clearingprozesse
-
aufsuchende Arbeit und psychosoziale Stabilisierung
-
Aufbau eines Unterstützungsnetzwerks (z. B. mit BAMF,
Ausländerbehörde, Bildungsträgern)
-
Gruppenformate zur Förderung von Selbstwirksamkeit (z. B.
Empowerment, Peer-Mentoring)
-
Vermittlung digitaler Kompetenzen
Nach
sechs Monaten ist eine erste Evaluation des Modellprojekts vorgesehen. Bei
erfolgreichem Verlauf ist eine Ausweitung auf die Zielgruppe Ü25 in
Zusammenarbeit mit dem Fallmanagement Ü25 angedacht.
Die
Koordinierung des Gesamtprojekts erfolgt über die Lenkungsgruppe KIM auf
Kreisebene. Eine Integration in den bestehenden örtlichen Beirat SGB II wird
angestrebt. Die erste Sitzungshälfte dieses Gremiums soll verbindlich dem
Landesprogramm KIM (inkl. NRW.integrativ) gewidmet sein, um den erweiterten
Integrationsansatz sichtbar zu machen.
Die
Umsetzung des Konzeptes von „NRW.integrativ“ im Kreis Coesfeld erfolgt von
Beginn an in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden des Kreises.
Das
Kurzkonzept „NRW.integrativ“ des Landes NRW, das die übergeordneten
Zielsetzungen, Zielgruppen, Rollen der Akteure sowie die Kooperationsstruktur
beschreibt, liegt dieser Sitzungsvorlage zugrunde und ist als Anlage beigefügt.
