Sitzung des Kreistages des Kreises Coesfeld

Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Umsetzung des Sozialgesetzbuches Zweites Buch (SGB II) - Grundsicherung für Arbeitsuchende;
hier: Vorstellung des Projektes „Job-DIREKT"

BezeichnungInhalt
Sitzung:05.06.2013   AfASSuG/015/2013 
Beschluss:Kenntnis genommen
Vorlage:  SV-8-0896 
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Sitzungsvorlage Dateigrösse: 157 KB Sitzungsvorlage 157 KB

Frau Grünefeld und Frau Bravin stellen anhand der als Anlage 3 beigefügten Powerpoint-Präsentation das Modellprojekt „Job-DIREKT“ vor.

Vorsitzende Schäpers dankt Frau Grünefeld und Frau Bravin für den informativen Vortrag.

Ktabg. Havermeier lobt, dass in dem Projekt „Job-DIREKT“ sehr auf die Eigeninitiative, die Eigenverantwortung und die eigenen Ressourcen der leistungsberechtigten Personen nach dem SGB II abgestellt werde. Daraus folge, dass Fortschritte wie z.B. eine Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt als eigener Erfolg der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wahrgenommen werde. Daher ergebe sich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine höhere Wertschätzung des Erfolgs. Ktabg. Havermeier bittet um Mitteilung, welcher Personenkreis für das Projekt in Frage komme bzw. welche Voraussetzungen für eine Teilnahme am Projekt gegeben sein müssen.

Frau Grünefeld teilt mit, dass für die Teilnahme am Projekt eine Indikatorenliste erstellt werde. Wichtigste Voraussetzung sei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer motiviert seien. Es müssten jedoch auch einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Sofern jemand z.B. noch große Probleme mit der deutschen Sprache oder keinerlei Computerkenntnisse habe, könne eine Aufnahme in das Projekt „Job-DIREKT“ nicht erfolgen. Dennoch werde darauf geachtet, dass nicht nur Personen in das Projekt aufgenommen werden, bei denen von einer zeitnahen Eingliederung in den Arbeitsmarkt auszugehen sei. Insbesondere wolle man auch Personen mit Vermittlungshemmnissen im Rahmen des Projektes unterstützen.

 

Ktabg. Pieper fragt, wie Personen Kenntnis von dem Projekt erlangen bzw. ins Projekt aufgenommen werden und ob das Projekt zur Bedarfsdeckung, insbesondere auch für Frauen, ausreiche.

Frau Bravin erläutert, dass potentielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst durch das Fallmanagement oder die Hilfeplanung in den Jobcentern der Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld in einem persönlichen Gespräch sowie durch ein Infoblatt über das Projekt informiert und dem Projekt zugewiesen würden. Danach erfolge eine Einladung der Person zu einem Gespräch durch die Mitarbeiterinnen des Projekts.

Frau Grünefeld gibt zur Frage nach der Bedarfsdeckung an, dass in der ersten Stufe zunächst die Bedarfe der Städte Dülmen und Coesfeld sowie der Gemeinde Nordkirchen abgedeckt worden seien. Mittlerweile würden kreisweit Personen in dem Projekt betreut. Grundsätzlich könne gut auf den aktuellen Bedarf eingegangen werden, weil nach jeweils vier Wochen eine neue Gruppe in das Projekt einsteige. Eine Nachbetreuung sei mit der Erweiterung des Projektes „Job-DIREKT“ um das Projekt „Job-AKTIV“ vorgesehen.

 

Zur der Frage der Ktabg. Klose zur durchschnittlichen Altersstruktur und Dauer des Leistungsbezugs der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts erläutert Frau Grünefeld, dass sowohl Neukunden als auch Kunden, die bereits längere Zeit Leistungen nach dem SGB II beziehen, zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projekts gehören würden. Der älteste Teilnehmer sei knapp 60 Jahre alt. Es seien jedoch nur wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter 25 Jahre alt.

 

Ktabg. Kleinschmidt bittet um Mitteilung, wie die Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Eingang in das Projekt festgestellt werden könne.

Frau Grünefeld verweist hierzu auf die Einschätzungen des Fallmanagements bzw. der Hilfeplanung als auch auf das Informationsgespräch, welches vor Beginn des Projekts stattfinde.

Frau Bravin ergänzt, dass im Rahmen dieses Gesprächs durch gezielte Fragen nach den Vorstellungen und Zielen ermittelt werden könne, ob potentielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch Hoffnung auf Arbeit sowie die Bereitschaft hätten, an ihrer persönlichen Situation Veränderungen vorzunehmen.

 

Ktabg. Willms betont, dass die CDU-Fraktion den Erfolg dieses Projekts sehr begrüßen würde und lobt das Engagement, aber auch die Selbstreflexion der Mitarbeiterinnen, die insbesondere auch durch die angestrebte Nachbetreuung ersichtlich sei.