Sitzung des Kreistages des Kreises Coesfeld
BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:SV-7-1108  
Aktenzeichen:32 38.90.00
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:15.08.2008  
Betreff:Bericht über das Betriebsjahr 2007 der kostenrechnenden Einrichtung Rettungsdienst
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Dokument anzeigen: SV-7-1108 Anlage 1 S. 1 Dateigrösse: 16 KB SV-7-1108 Anlage 1 S. 1 16 KB
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  • Symbol Briefumschlag

Beschlussvorschlag:

 

- ohne -

 


Begründung:

 

1. Einsatzstatistik und Bedarfskontrolle

 

Der Kreis als Träger des Rettungsdienstes ist verpflichtet, die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung einschließlich notärztlicher Versorgung und Krankentransport sicherzustellen. Wesentliches Kriterium der Bedarfsplanung für die Notfallrettung ist das Einhalten der Hilfsfrist von 12 Minuten für ländlich strukturierte Gebiete.

 

Nachdem in 2006 bei 91,6 % von 7.328 Einsätzen die Hilfsfrist eingehalten werden konnte, verbesserte sich dieser Wert in 2007 auf 91,9 % von 7.826 Einsätzen (s. Anl. 1 S. 1). Ausgewertet wurden für diese Statistik alle Einsätze, die unter Verwendung von Sonderrechten gefahren wurden. Die Zahl der mit Sonderrecht gefahrenen Rettungseinsätze ist gegenüber dem Vorjahr um 498 stark gestiegen.

 

In den kreisweit 637 Fällen, in denen die Hilfsfrist nicht eingehalten werden konnte, liegt die Begründung in 487 Fällen (=  76 % der Hilfsfristüberschreitungen) nach wie vor in weiten Anfahrtswegen, die sich überwiegend (362 Fälle = 57 %) daraus  ergeben, dass sich der zuständige RTW bereits im Einsatz befindet (Duplizitätsfälle) und der RTW der benachbarten Rettungswache mit dann in der Regel weiterem Anfahrtsweg eingesetzt werden musste (Zweitabmarsch). Im Einzelnen wird auf Anlage 1 Seite 2 Nr. 1 – 2f verwiesen.

 

Auch durch die Steigerung der Einsatzzahlen hat sich die Zahl der Duplizitätsfälle weiter erhöht. Extrem viele Duplizitätsfälle ereigneten sich in den Wachgebieten Coesfeld und Dülmen. Diesem Problem wird ab dem 01.05.2008 bzw. 01.06.2008 entsprechend der fortgeschriebenen Bedarfsplanung durch zusätzlich besetzte RTW von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr an allen Tagen des Jahres begegnet. Die weitere Entwicklung bleibt hier abzuwarten.

 

Bei nur noch 18 % (gegenüber 23 % in 2006) der Hilfsfristüberschreitungen hatte der Rettungsdienst im eigenen Zuständigkeitsgebiet einen weiten Anfahrtsweg zurück zu legen. 

Auch hier greift die fortgeschriebene Rettungsbedarfsplanung durch die zusätzlich etablierte Rettungswache Havixbeck. Ab dem 01.01.2007 ist die Rettungswache Havixbeck an 24 Stunden täglich besetzt. Die Eintreffzeiten im Gebiet der Rettungswache Havixbeck liegen mit 92,3 % Hilfsfristeinhaltung über dem Kreisdurchschnitt. Viele Einsätze zu Zeiten, in denen der RTW bereits im Einsatz ist, verhinderten ein noch besseres Ergebnis. Im übrigen trägt die Rettungswache Havixbeck auch zu besseren Ergebnissen im Bereich der Rettungswache Billerbeck bei.

Eine weitere Verbesserung in diesem Sinne wird aus der ab dem 01.07.2008 zunächst probeweise eingeführten Versorgung eines Teilgebietes der Stadt Olfen durch die Rettungswache Datteln erwartet.

 

Der zuständige RTW im Krankentransporteinsatz ist als Grund für die Überschreitung der Hilfsfrist ist zu vernachlässigen. Dies betrifft nur etwas mehr als 1 % der Fälle (s. Anl. 1 S. 2 Nr. 2b – 2f), jedoch aus verschiedenen Gründen. Durch Schulungen der Disponenten der Leitstelle konnten hier deutliche Verbesserungen erzielt werden. Ziel war es, das Einsatzgeschehen des Rettungsdienstes im gesamten Kreis besser beurteilen zu können und RTW nach Ort und Zeit so im Krankentransport einzusetzen, dass die Notfallrettung nicht mehr nennenswert beeinträchtigt wird.

 

Das Zahlenwerk zu diesem Bericht gliedert sich in:

Eintreffzeiten mit Begründung der Hilfsfristüberschreitungen (Anlage 1)

Einsatzzahlen der Wachen (Anlage 2)

Einsätze auswärtiger Wachen im Kreisgebiet (Anlage 3)

Einsätze der Rettungshubschrauber (Anlage 3)

Einsätze außerhalb des Kreisgebietes (Anlage 3)

Krankentransport (Anlage 4).

 

Das Zahlenwerk kann in der Sitzung des Ausschusses ggf. erläutert werden.

 

 

2. Betriebswirtschaftliches Ergebnis

 

Die Einnahmen und Ausgaben der kostenrechnenden Einrichtung „Rettungsdienst“ sind im UA 1600 ausgewiesen. Auf der Grundlage des Ergebnisses der Jahresrechnung 2007 wurde folgendes Betriebsergebnis ermittelt:

 

 

Notarzt

(NA)

Notarztein-satzfahrzeug

(NEF)

Rettungs-wagen

(RTW)

Kranken-transport

(KTW)

Gesamt-ergebnis

Überdeckung

24.707,67 €

 9.513,29 €

 318.993,06 €

21.506,88 €

374.720,89 €

 

Dem Betriebsergebnis liegen folgende Einzelpositionen zu Grunde:

 

 

Ergebnis 2007

nachrichtlich:              Kalkulation 2007

Abweichung

(- = Verschlech-terung)

 

 

 

 

A) Kennzahlen

 

 

 

Notarzt-Einsätze (NA)

                             4.697

                    4.500

                      197

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)

                             4.642

                    4.450

                      192

Rettungseinsätze (RTW)

                             9.864

                    9.100

                      764

Krankentransport (KTW)

                             6.172

                    6.200

                      - 28

 

 

 

 

B) Aufwand

 

 

 

Personalkosten

              4.412.196,16 €

     4.417.470,00 €

           5.273,84 €

Vergütung Notarztgestellung

                 846.670,67 €

        842.000,00 €

         - 4.670,67 €

Sachkosten (ohne NA und kalkulatorische Kosten)

                 990.515,59 €

        895.891,00 €

       - 94.624,59 €

kalkulatorische Kosten

                 516.292,42 €

        531.381,00 €

         15.088,58 €

Summe Aufwand:

              6.765.674,85 €

     6.686.742,00 €

       - 78.932,85 €

 

 

 

 

C) Erlöse

 

 

 

Gebühreneinnahmen

              7.139.162,00 €

     6.686.742,00 €

       452.420,00 €

sonstige Einnahmen

                     1.233,74 €

                   0,00 €

           1.233,74 € 

Summe Erlöse

              7.140.395,74 €

     6.686.742,00 €

        453.653,74 €

 

 

Ergebnis 2007

nachrichtlich:              Kalkulation 2005

Abweichung

D) Betriebsergebnis

 

 

 

Aufwand

              6.765.674,85 €

     6.686.742,00 €

       - 78.932,85 €

Erlöse

              7.140.395,74 €

     6.686.742,00 €

       453.653,74 €

Ausgleich von Überdeckungen aus Vorjahren

                            0,00 €

                   0,00 €

                  0,00 €

Betriebsergebnis 2007:

                 374.720,89 €

                   0,00 €

       374,720,89 €

 

 

Erläuterung der wesentlichen Abweichungen von der Kalkulation:

 

Die Anzahl der Notarzt- und NEF-Einsätze überstieg die Kalkulation geringfügig, während bei den Rettungseinsätzen die kalkulierte Zahl um 8 % überschritten und die kalkulierte Zahl der Krankentransporte nahezu wie erwartet eintraf. Nachdem bereits in 2006 hohe Steigerungsraten in der Notfallrettung zu verzeichnen waren, ist davon ausgegangen worden, dass die Steigerungsraten sich nicht oder nur vermindert fortsetzen. Die deutliche Einsatzzahlen-steigerung bei den RTW-Einsätzen führte zu Mehreinnahmen gegenüber der Kalkulation von etwa 350.000,- €. Bei den Notarzteinsätzen ergaben sich Mehreinnahmen von ca. 90.000,- € und bei den Kilometer- und sonstigen Gebühren für KTW-Transporte ergaben sich Mehreinnahmen von ca. 15.000,- €.

 

Die um etwa 84.000 € gestiegenen Sachkosten resultieren aus verschiedenen Positionen. Wesentlichen Anteil hatten der Ausfall von zwei RTW, zusätzliche Kosten für Altfahrzeuge, gestiegene Energiepreise und die teilweise Umstellung der Rettungswachen auf Fremdreinigung, wobei dieser letztgenannten Maßnahme verminderte Personalkosten gegenüber stehen.

 

Bereits im Herbst 2007 zeichnete sich das positive Betriebsergebnis 2007 in einer Hoch-rechnung ab, so dass für 2008 kein Betrag zum Ausgleich von Unterdeckungen der Vorjahre kalkuliert wurde, obgleich per 31.12.2006 Unterdeckungen von 120 T€ auszugleichen waren. Diese Unterdeckung ist mit dem positiven Betriebsergebnis 2007 ausgeglichen und es verbleibt zudem eine Überdeckung von 254.870,68 €. Bis 2010 ist die entstandene Überdeckung auszugleichen (§ 6 Abs. 2 KAG).