Sitzung des Kreistages des Kreises Coesfeld
BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:SV-9-0781  
Aktenzeichen:70.2
Art:Sitzungsvorlage  
Datum:02.03.2017  
Betreff:Verwendung Ersatzgeld
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschlussvorschlag:

 

- ohne -


Begründung:

 

Seit dem 01.01.2008 (Umstellung auf NKF) werden die nicht verbrauchten Mittel aus Ersatzgeldern bis zu deren Verwendung in der Bilanz des Kreises Coesfeld bei den Verbindlichkeiten unter der Position „Erhaltene Anzahlungen Ersatzgelder“ passiviert. Die Zinseinnahmen aus den aufgelaufenen Ersatzgeldern fließen den Naturschutzzwecken zu.

 

Im Jahr 2016 haben sich die Erträge und Aufwendungen an Ersatzgeldern wie folgt entwickelt:

 

Bestand zum 01.01.2016

403.630,21 €

 

 

Erträge

 

Ersatzgeld aus Leitungsverlegungen / Baumaßnahmen

615.370,55 €

Zinseinnahmen

13,56 €

Gesamterträge 2016

615.384,11 €

 

 

Aufwendungen

 

1. Umsetzung Wasserrahmenrichtlinie (Beteiligungen)

 

1.1 Gewässerentwicklungsstreifen Flurbereinigung Langenhorst*1

240.000,00 €

1.2 Große Gorgemann

11.076,00 €

1.3 Stau Frye und Schulze Hauling

12.000,00 €

1.4 Hoflage Niehoff

2.092,45 €

 

 

2. Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

 

2.1 Beteiligung an Artenschutzprojekten

10.265,49 €

2.2 Kreuzottermonitoring am Dortmund-Ems-Kanal

7.140,14 €

2.3 Maßnahmen in Schutzgebieten

2.286,55 €

2.4 Obstbaumaktion

29.792,88 €

 

 

3. Sonstiges

 

3.1 Personalkosten Landschaftsplaner

12.906,75 €

3.2 Außenanlagen Alter Hof Schoppmann

6.110,92 €

3.3 Sonstige Aufwendungen

3.366,42 €

3.4 Grundstückskauf „Seppenrade“ (extensive Grünlandfläche)

21.171,68 €

 

 

Gesamtaufwendungen 2016

358.209,28 €

 

 

Bestand zum 31.12.2016

660.805,04 €

 

*1 Die Maßnahme „Gewässerentwicklungsstreifen Flurbereinigung Langenhorst“ (siehe dazu Kreistagsbeschluss vom 17.06.2015, Sitzungsvorlage SV-9-0266) wurde in 2016 noch nicht durchgeführt, da sich das Vorhaben noch in der Planungsphase bei der Bezirksregierung befindet. Mit der Umsetzung wird in den Jahren 2017 und 2018 gerechnet. Es wurde daher eine Rückstellung gebildet.


Weiterhin ist beabsichtigt, die Durchführung der Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im größeren Umfang mit Ersatzgeld auszustatten. Zudem soll mit der Umsetzung von zwei neuen Projekten begonnen werden (Ausführungen siehe unten).

 

Geplante Ersatzgeldverwendung 2017

 

1. Umsetzung Wasserrahmenrichtlinie (Beteiligungen)

 

1.1 Mühlenstau Karthaus

3.000,00 €

1.2 Gronenbach Hesselmanngraben

5.000,00 €

1.3 Recheder Kulturstau*1

25.000,00 €

1.4 Stau Frye und Schulze Hauling

9.108,00 €

1.4 Schlautmann Mühle

6.376,00 €

 

 

2. Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

 

2.1 Beteiligung an Artenschutzprojekten

10.000,00 €

2.2 Maßnahmen in Schutzgebieten

10.000,00 €

 

 

3. Sonstiges

 

3.1 Außenanlage Hof Schoppmann

10.000,00 €

3.2 Wegekreuze*²

20.000,00 €

3.3 Pflegegruppe Naturschutz*3

50.000,00 €

3.4 sonstige Maßnahmen

5.000,00 €

 

 

Geplante Gesamtaufwendungen 2017

153.484,00 €

 

*1 Die Umsetzung konnte bisher wegen fehlender Landesförderung und noch durchzuführender Planungskonkretisierungen nicht erfolgen.

 

 

Projekt Wegekreuze

 

Im Kreis Coesfeld stehen ca. 430 Bildstöcke und Wegekreuze, die in besonderer Art und Weise die Kulturlandschaft des Münsterlandes prägen. Am Erhalt und an der Sanierung der Bildstöcke und Wegekreuze besteht daher ein großes öffentliches Interesse. In diesem Kontext können erhaltene Ersatzgelder für die an anderer Stelle erfolgten Eingriffe in Natur- und Landschaft als Fördermittel für diesen Bereich der Landschaftsbilderhaltung Verwendung finden.

 

Geplant ist eine Förderung in Höhe von 40 % der Sanierungskosten, max. 4.000 € je Objekt. In einer ersten Tranche ist eine Projektdauer von fünf Jahren geplant. Pro Jahr ist beabsichtigt, 20.000 € zur Verfügung zu stellen. Durch die Förderung sollen Anreize zum Erhalt der Denkmäler gegeben werden.

 

 

*3 Projekt Pflegegruppe Naturschutz

 

Bereits im Dezember 2014 wurde auf Initiative des Kreises Coesfeld auf der Burg Vischering der „Runde Tisch Biodiversität“ gemeinsam mit vielen Akteuren ins Leben gerufen. Hintergrund war ein breiter Konsens, dass Handlungsbedarf wegen des zunehmenden Rückgangs bunter, artenreicher Wegränder und Säume besteht.

 

Jetzt ist beabsichtigt, über ein Leader-Projekt eine qualifizierte Landschaftspflegegruppe aufzubauen. Hierzu ist vorgesehen, dem Naturschutzzentrum für den Zeitraum von 3 Jahren Mittel zur Anschubfinanzierung zur Verfügung zu stellen (50.000 €/a).

 

Unter der Anleitung einer Fachkraft (Land- und Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau) wird die Gruppe wichtige praktische Aufgaben im Natur- und Umweltschutz wahrnehmen. Das Gesamtvolumen des Projektes beträgt in der Aufbauphase rd. 419.000 €. Projektpartner sind das Naturschutzzentrum, die Alter Hof Schoppmann gGmbH sowie der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP).

 

Die Einsatzgebiete für die Landschaftspflegegruppe sind ausgewiesene Schutzgebiete (Naturschutzgebiete, Europäische Schutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope) sowie weitere schutzwürdige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Ein weiteres zentrales Aufgabenfeld in diesem Projekt wird die Entwicklung und Pflege artenreicher Säume aus heimischen Pflanzen als vernetzende Elemente in der Kulturlandschaft sein. Dieses Aufgabenfeld wird naturschutzfachlich eng verzahnt und begleitet über das Projekt „Der Kreis Coesfeld blüht auf – Vielfalt am Wegesrand“ innerhalb des in den Gremien abgestimmten Arbeitsprogramms des Naturschutzzentrums.

 

Oftmals können wichtige Aufgaben der Landschaftspflege nur schwer erfüllt werden, da ein Einsatz von großen Maschinen nicht sinnvoll oder gar unmöglich ist. Zudem werden bislang aufgrund fehlender Verpflichtungen oder Zuständigkeiten fachlich notwendige Landschaftspflegeaufgaben nicht umgesetzt. Weiterhin lässt die demographische Entwicklung der derzeitigen Mitgliederstruktur der Naturschutzverbände mit teils fehlenden engagierten Nachwuchskräften in der praktischen Naturschutzarbeit erwarten, dass Pflegearbeiten von Naturschutzflächen neu zu organisieren sind. Das Projekt zum Aufbau einer Landschaftspflegegruppe ist ein entsprechender Ansatz.

 

Finanzübersicht des Projektes Landschaftspflegegruppe

unter Berücksichtigung eines Leader-Projektes sowie Förderung über FöNa und Aktion Mensch

 

·         Leader-Mittel (65%)                224.000 €

·         Eigenmittel, Leader (35%)      120.750 €

·         FöNa-Mittel Geräte (80%)        14.000 €

·         Eigenmittel, FöNa (20%)            6.000 €

·         Aktion Mensch Autokauf          15.000 €

·         Eigenmittel Autokauf                10.000 €

·         Eigenmittel Koordination NZ     30.000 €
Gesamtvolumen                     419.750 €
davon Eigenmittel                   166.750 €        (hiervon 150.000 € Ersatzgelder

                                                                         sowie 16.750 € Eigenmittel)