Beschluss: Kenntnis genommen

FBL Schütt skizziert die voraussichtliche Situation zum Doppeljahrgang bei den Abiturienten im Jahr 2013. Demnach werde es zusätzlich 722 und damit statt 971 insgesamt 1.693 Absolventen geben. Die Abiturienten an den Berufskollegs seien in den Zahlen nicht berücksichtigt.

Er berichtet von Informationsflyern der Arbeitsagentur und der Bereitschaft der Hochschulen, mehr Studienplätze einzurichten; so plane z.B. die WWU Münster z.B. die Bereitstellung von ca. 1.800 zusätzlichen Plätzen bis 2016. Ferner seien die Gymnasien in ihren Beratungsaktivitäten gefordert.

Zudem verweist er auf die Planungen des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, zum 01.08.2013 die APO-BK unter dem Titel „Optimierung der Bildungsangebote und Ressourcennutzung“ zu ändern. Zurzeit sei noch nicht klar, ob und ggf. welche einjährigen Bildungsgänge für Abiturienten an den Berufskollegs künftig bestehen bleiben.

 

Ktabg. Vogelpohl fragt, warum neue Bildungsgänge für Abiturienten eingerichtet werden sollen; sie hätten ihre Schulpflicht komplett erfüllt, damit sei aus seiner Sicht auch die Pflicht am Schüler erfüllt.

In seiner Antwort führt FBL Schütt aus, dass am Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in der Vergangenheit der Bildungsgang „Höhere Handelsschule für Abiturienten“ angeboten wurde. Letztendlich ginge es darum, wie man die Absolventen versorgt, sie weiter qualifiziert, wie man sich um den aus G8/G9 entstehenden Bedarf kümmert. Verwaltungsseitig seien zunächst –dem Wunsch des Ausschusses entsprechend– nur die Möglichkeiten der Berufskollegs dargestellt worden. Eine Entscheidung für oder gegen ein zusätzliches Angebot an den Berufskollegs des Kreises Coesfeld sei derzeit keinesfalls zu treffen. 

 

Ktabg. Dr. Wenning bringt seine Verwunderung über die Aussage des „Nichtkümmerns“ zum Ausdruck, sieht die weitere Versorgung der Abiturienten aber auch nicht als Aufgabe der Berufskollegs an. 

Vorsitzende Müller bittet die Schulleitungen der Berufskollegs um direkte Antworten im Diskussionsverlauf.

 

Oberstudiendirektor Hege verweist auf die Notwendigkeit der Versorgung der durch den Doppeljahrgang Verdrängten. Zu erwarten sei, dass Schülerinnen und Schüler der Haupt-, Real- und Gesamtschulen verstärkt in vollzeitschulische Bildungsgänge der Berufskollegs drängen.

 

Ktabg. Hellwig bittet um Erläuterung, ob die zusätzlich einjährige Schulzeit als Warteschleife oder als Qualifizierung zu sehen sei und ob der gesamte Lehrinhalt in ein Jahr gepackt werden könne.

Oberstudiendirektorin Stoll-Röhl gibt zunächst an, dass auch sie den Verdrängungseffekt sehe und ein Teil der Abiturienten sicherlich auf den Arbeitsmarkt ströme. Sie bewerte den Bildungsgang „Höhere Handelsschule für Abiturienten“ als Qualifizierungsschleife; es müsse aber bedacht werden, hierdurch bei den Abiturienten keine falschen Impulse zu setzen. Auf der Stundentafel in diesem Bildungsgang stehe die Förderung beruflicher Kompetenzen im Mittelpunkt, damit die Absolventen im Studium bestehen können oder aber auch besser vorbereitet in eine Ausbildung gehen.

 

Ktabg. Höne hält es wegen der vielen Unwägbarkeiten für sinnvoll, zunächst weiter die Lage zu beobachten. Ktabg. Vogelpohl schließt sich diesen Aussagen an, sieht den Kaskadeneffekt und betont, Schule nicht als Daueraufenthaltsort sehen zu wollen.

 

Oberstudiendirektor Kortekamp äußert seine Zustimmung und gibt zu bedenken, dass die diskutierten Bildungsgänge auch in Oberzentren wenig frequentiert würden. Er stellt heraus, dass Abiturienten in Einzelfällen auch andere Bildungsgänge besuchen könnten.

 

Auf die Frage des Ktabg. Wobbe, ob die Berufskollegs auch konjunkturabhängig seien, antwortet Oberstudiendirektor Kortekamp, dass das Wahlverhalten antizyklisch zur Wirtschaftlage verlaufe. An allen drei Berufskollegs gebe es derzeit 5 – 10 % weniger Vollzeitschüler. Die Anzahl der Berufsschüler sei noch nicht absehbar.

Oberstudiendirektorin Stoll-Röhl ergänzt, dass sich im laufenden Schuljahr der Aufschwung im kaufmännischen Bereich noch nicht niedergeschlagen habe. Auch die Arbeitsagentur habe noch keinen Zugang feststellen können.

 

FBL Schütt fügt hinzu,  dass die Schülerzahlen jährlich nach der Status-Quo-Prognose ermittelt werden. Fakt sei, dass die Gesamtzahl der potentiellen Schüler in den nächsten Jahren sinken werde.

 

Oberstudiendirektor Hege sieht eine Entkopplung zwischen der wirtschaftlichen Dynamik und der Ausbildung durch freiberuflich Tätige; er verweist z.B. auf die Ausbildung zu Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Prognosen in diesem Bereich seien äußert schwer.

 

Über das Thema soll in der ersten Sitzung des Jahres 2012 erneut beraten werden.

 

Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.