Beschlussvorschlag:
Ohne
Begründung:
I. – V.
Naturnahe Gewässer sind für den Naturhaushalt unserer Landschaft von großer Bedeutung. Aus diesem Grund sollten sie soweit wie möglich naturnah entwickelt werden. Das vorliegende Konzept zur naturnahen Entwicklung der Münster`schen Aa bietet die Möglichkeit, kurz – bis langfristig Zielvorgaben und Maßnahmen in unterschiedlicher Art und Weise umzusetzen, ohne dabei die gesamtheitliche Betrachtung des Gewässers aus den Augen zu verlieren. Es verhindert gleichzeitig planerisches „Stückwerk“ einer Vielzahl von nicht aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen gerade bei typischerweise gebietsübergreifenden Gewässerverläufen wie der Münster`schen Aa und trägt darüber hinaus der sich abzeichnenden Intention einer wasserrahmenrichtlinienkonformen Gewässerbewirtschaftung Rechnung.
Die Umsetzung der Zielvorgaben und Maßnahmen des Entwicklungskonzeptes kann perspektivisch über größere Zeitspannen wie z. B. im Rahmen der Gewässerunterhaltung durch die Unterhaltungsträger aber auch durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen initiiert werden.
Hierbei
ist anzumerken, dass alle aufgezeigten Maßnahmen, die der Erhaltung oder
Verbesserung der Gewässergüte / Gewässerstrukturgüte nur dann Aussicht auf eine
Landesförderung gemäß dem „Aktionsprogramm
zur naturnahen Entwicklung der Gewässer II Ordnung in NRW „ haben, wenn sie vorher in einem
abgestimmten und geprüften „Konzept zur
naturnahen Entwicklung eines Fließgewässers“ dargestellt worden sind.
Die unbefriedigende Gewässersituation der Münster´schen Aa im Bereich um Haus Stapel war Ausgangspunkt der Überlegungen zur Aufstellung eines die kommunalen Gebietsgrenzen übergreifenden Konzeptes zur naturnahen Entwicklung der Münster`schen Aa von den Quellen in den Baumbergen bis zum Aasee bei Haus Kump in Münster. Das Projekt wurde unter Federführung des Kreises Coesfeld im Rahmen einer engen Kooperation mit dem Kreis Steinfurt und der Stadt Münster umgesetzt. Wenngleich entsprechende Konzepte prinzipiell von der Quelle bis zur Mündung erstellt werden sollten, wurde der Bearbeitungsraum bei der Münster`schen Aa in Abstimmung mit dem Staatlichen Umweltamt Münster sowie dem Kreis Steinfurt und der Stadt Münster auf das obere Einzugsgebiet bzw. die Fließlänge von 26,9 km bis zum Aasee begrenzt. Grund hierfür ist die besondere Situation und Bedeutung der Münster`schen Aa einschließlich Aasee im Innenstadtbereich der Stadt Münster. Sie ist im wesentlichen durch Freizeit- und Erholungsaspekte aber auch durch wasserwirtschaftliche Funktionen z. B. der Hochwasserbewirtschaftung geprägt. Darüber hinaus lagen bereits ältere Konzepte zur naturnahen Entwicklung für Teilabschnitte der Münster`schen Aa unterhalb des Stadtgebietes bis zur Mündung in die Ems vor.
Die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Aufstellung von Konzepten zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern und die dabei abzuarbeitenden Verfahrensschritte und Erläuterung derselben sind Übersichtlichkeit halber der beigefügten Anlage zu entnehmen.
Mit dem nun vorliegenden Konzept zur naturnahen Entwicklung der Münster`schen Aa wird ein weiterer Lückenschluss im Kreisgebiet in Bezug auf die bedeutenden Fließgewässer vollzogen.
Wie Anfangs erwähnt, lag
jedoch von Beginn an der wesentliche Schwerpunkt des Konzeptes im Gebiet des
Kreises Coesfeld in der Entwicklung der kulturhistorisch geprägten
Gewässersituation des Bereiches um Haus Stapel. Ein intensiver
Abstimmungsprozess bereits im Rahmen der Aufstellung des Konzeptes unter
Einbindung der Gemeinde Havixbeck sowie den Nutzern, dem
Unterhaltungsträger und den Grundstückseigentümern ermöglichte für
diesen Teilabschnitt ein Konzept mit sehr hoher unmittelbarer Umsetzungsreife.
Im Rahmen der
Konzepterstellung sind nachfolgende Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung der
Münster´schen Aa beispielhaft unter dem Aspekt einer „sanften“ und nach
Möglichkeit geringen Eingriffsintensität entwickelt worden:
·
Entwicklung eines
dem Leitbild entsprechenden naturräumlichen Abflussprofil
·
Entsedimentation
von Teilgewässerstrecken im Bereich Haus Stapel
·
Wiederherstellung
der Durchgängigkeit/Reaktivierung der Mühlenumflut
·
Anbindung eines
Altarms
Eine Realisierung
elementarer Bestandteile des Konzeptes ist bereits für 2004 vorgesehen und in
die Wege geleitet. Die Kosten hierfür werden durch das Land (80 %) sowie im
wesentlichen durch die Gemeinde Havixbeck getragen; der Kreis Coesfeld hat sich
ausschließlich anteilig im Verhältnis der Gesamtfließstrecke der Münster`schen
Aa mit 2139,11 € an den Konzeptkosten in Höhe von 16.059,41 € beteiligt.
Die wesentlichen Bestandteile und Inhalte des Entwicklungskonzeptes Münster`sche Aa und der insgesamt sowie speziell bei Haus Stapel angedachten wasserbaulichen, landschaftspflegenden und erhaltenden Maßnahmen werden von Herrn Dr. Ing. Gerold Caesperlein vom Planungsbüro U-Plan vorgestellt und erläutert.
Anlagen:
Ablaufschema „Aufstellung von Konzepten zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern“