Betreff
Entwicklungsplanung für die Berufskollegs des Kreises Coesfeld: Ergebnisse aus der Begleitarbeitsgruppe
Vorlage
SV-9-1214
Art
Sitzungsvorlage
Untergeordnete Vorlage(n)

Beschlussvorschlag:

 

1.     Die von der Begleit-AG erarbeiteten Planungsprämissen für die Fachklassen der dualen Ausbildung und für die Angebotsbildungsgänge (vgl. II 2.) werden als mittelfristige Planungsstrategie beschlossen.

2.     Folgendes Leitbild „Berufskollegs 2025“ wird beschlossen:

„Die Berufskollegs im Kreis Coesfeld sind attraktiv für Schülerinnen und Schüler und verfügen über ein nachhaltiges und ein breites, den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechendes Bildungsangebot und sind gut erreichbar.“ 

3.     Unter diesem Leitbild „Berufskollegs 2025“ soll sich die langfristige Planungsstrategie   an folgenden Herausforderungen und Handlungsprämissen ausrichten:

a.     Demografie

b.     technischer Fortschritt und Wandel

c.     regionaler Wettbewerb

d.     notwendige Profilierung

e.     Bündelung von Angeboten im gewerblich-technischen Bereich

f.      Lehrerausstattung

g.     gute Beziehungen zur Wirtschaft sowie

h.     notwendige Flexibilität mit Priorisierung neuer Berufe/ Bildungsgänge – Aktivität

4.     Zusammen mit den Schulleitungen der Berufskollegs erarbeitet die Verwaltung für die einzelnen Themenfelder Projektpläne. Hierin werden Einzelmaßnahmen, Verantwortlichkeiten, Prioritäten und Umsetzungsstand festgehalten und fortgeschrieben.

5.     Dem Ausschuss wird regelmäßig und – um ggf. Mittelbedarfe zu berücksichtigen - rechtzeitig vor der Aufstellung künftiger Kreishaushalte über den Sachstand berichtet.

6.     Die Arbeit der Begleit-AG endet mit dieser Beschlussfassung.    

7.     Die Beauftragung eines externen Gutachtens für die Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs im Kreis Coesfeld soll nicht erfolgen.

 

Begründung:

 

I. Problem

Mit Kreistagsbeschluss vom 22.06.2016 wurde die Kreisverwaltung beauftragt, einen standortübergreifenden Berufskolleg-Entwicklungsplan zur Weiterentwicklung der Berufskollegs des Kreises Coesfeld zu einem vernetzten Bildungszentrum zu erarbeiten (SV-9-0510).

Auf Grundlage des Kreistagsbeschlusses hierzu wurde eine Begleitgruppe eingerichtet (SV-9-0595). Diese hat in 9 Sitzungen im Zeitraum von 15.09.2016 bis zum 20.09.2018 die Grundlagen, Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven des Bildungsangebotes an den vier Standorten der drei Berufskollegs in Kreisträgerschaft erörtert. Folgende Themen wurden in den jeweiligen Sitzungen behandelt:

 

·         15.09.2016: Vorgehensweise und Grundlagen

·         13.12.2016: Fachklassen der dualen Ausbildung I

·         07.03.2017: Fachklassen der dualen Ausbildung II

·         02.05.2017: Vollzeitbildungsgänge I

·         30.05.2017: Vollzeitbildungsgänge II

·         21.09.2017: Ausbildungsvorbereitung (AV), Internationale Förderklassen (IFK)

·         24.04.2018: Fachklassen unter Einbeziehung Schulstatistik 17/18

·         07.06.2018: Vollzeitbildungsgänge incl. IFK, AV unter Einbeziehung Schulstatistik 17/18

·         20.09.2018: Optionen der externen Begleitung, weitere Vorgehensweise

 

 

II. Lösung

 

1.    Auf der operativen Ebene wurden in der Begleitgruppe Maßnahmen für Bildungsgänge in den Blick genommen, bei denen etwa aufgrund von geringen Schülerzahlen und/oder weiteren aktuellen Anlässen Handlungsbedarf gegeben war. Dies erfolgte sowohl für die Fachklassen des dualen Systems als auch im Bereich Vollzeitbildungsgänge.

 

2.    Darüber hinaus wurden ebenfalls für die Fachklassen und die Vollzeitbildungsgänge folgende mittelfristig strategischen Handlungsprämissen und –bedarfe formuliert:

 

Für die Fachklassen im dualen System

 

       Hauptziele

       Sicherung starker Berufskollegs vor Ort

       Schaffung von Transparenz zu den Angeboten und deren Nutzung

 

       Handlungsmöglichkeit

       Ungedeckte Beschulungsbedarfe in den Kreis holen

       Nutzung der Möglichkeiten von Crossinglisten zu Gunsten einer ortsnahen Versorgung

       ggf. Fachklassen verschiedener Standorte im Kreis zusammenzuführen, um Angebote überhaupt zu behalten

       Möglichkeiten des ÖPNV bei der Planung mitzudenken

       Ansprache der ansässigen Ausbildungsbetriebe

 

 

Für die Vollzeitbildungsgänge

       Ziele

       Steigerung der Attraktivität der Berufskollegs, Stärkung des Profils und Sicherstellung einer hohen berufsfachlichen Unterrichtsqualität durch aufeinander bezogene Bildungsgänge

       Handlungsmöglichkeiten

       Verbindung der fachlichen Schwerpunkte der Angebotsbildungsgänge mit den Fachbereichen der Bildungsgänge der Berufsschule

       Einrichtung neuer Angebotsbildungsgänge

       Zentralisierung von unterfrequentierten Angebotsbildungsgängen

 

3.    Ausgehend von den Beratungen hat der Kreis Coesfeld zudem zusammen mit den anderen Münsterlandkreisen und dem Kreis Unna ein Positionspapier über den Landkreistag ans Land gerichtet. Hierin wird unter Bezugnahme auf den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung die Stärkung der Berufskollegs im ländlichen Raum durch verbesserte Rahmenbedingungen eingefordert (siehe Mitteilungen zur Sitzung des ASKS am 14.06.2018).

 

Die Unterlagen aus der Arbeit der Begleitgruppe haben inzwischen ein beträchtliches Ausmaß angenommen. Sowohl für die duale Ausbildung, wie auch für die Vollzeitbildungsgänge wurden die Daten der Schuljahre 2014/15 bis 2017/18 klassenscharf und bezogen auf die Herkunft der Schülerinnen und Schüler kreisübergreifend und ortsscharf ausgewertet. Die Erörterungen sind darüber hinaus in umfassenden Niederschriften zusammengefasst.

 

4.    In der 9. Sitzung der Begleit-AG am 20.09.2018 wurden diese umfangreichen Arbeitsgruppenergebnisse nochmals reflektiert und der Inhalt der jetzt vorliegenden Beschlussempfehlung für die Kreispolitik erarbeitet. Hierin enthalten ist auch die Berücksichtigung der langfristigen Herausforderungen und Handlungsprämissen.  

 

Gerade die technisch ausgerichteten Berufskollegs stehen vor wachsenden und sich schnell ändernden Anforderungen an die Ausstattung aufgrund technischer Weiterentwicklungen, kürzeren Erneuerungszyklen und sich stetig verändernden Berufsbildern. In Konkurrenz zu den Standorten in benachbarten Ballungsräumen bedarf es hier einer systematisch angelegten Strategie und des gebündelten und damit effektiven Einsatzes finanzieller Mittel.

 

Insgesamt verständigte man sich daher auf ein langfristiges Leitbild „Berufskollegs 2025“ - „Die Berufskollegs im Kreis Coesfeld sind attraktiv für Schülerinnen und Schüler und verfügen über ein nachhaltiges und ein breites, den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechendes Bildungsangebot und sind gut erreichbar.“ 

 

Um sich diesem Ziel zu nähern, sollen von den Leitungen der Berufskollegs zusammen mit der Verwaltung Projektpläne zu folgenden Themen erarbeitet werden:

 

a.    Demografie

b.    technischer Fortschritt und Wandel

c.    regionaler Wettbewerb

d.    notwendige Profilierung

e.    Bündelung von Angeboten im gewerblich-technischen Bereich

f.      Lehrerausstattung

g.    gute Beziehungen zur Wirtschaft sowie

h.    notwendige Flexibilität mit Priorisierung neuer Berufe/ Bildungsgänge – Aktivität

 

In diesen Projektplänen werden die Ziele, Maßnahmen/Lösungsansätze, Zuständigkeiten und Beteiligte und Prioritäten festgelegt. 

Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport soll fortlaufend über den aktuellen Sachstand unterrichtet werden. Um mögliche Auswirkungen auf den Kreishaushalt rechtzeitig zu thematisieren, sollen diese Berichte in den jeweiligen März-Sitzungen des Fachausschusses erfolgen.

 

5.    In der Begleitarbeitsgruppe wurde auch die Frage erörtert, ob in Ergänzung zu den schon sehr differenzierten Unterlagen aus der Begleitgruppe noch ein externer Gutachter für die Erarbeitung eines Schulentwicklungsplans der Berufskollegs beauftragt wird. Für diese Aufgabe wären im Haushalt 2019 Mittel noch zu veranschlagen.

Aufgrund einer vergleichenden Darstellung der Schulentwicklungsplanungen des Kreises Coesfeld, des Kreises Recklinghausen und des Oberbergischen Kreises (Anlage) wurde diese Frage in der Begleitgruppe diskutiert. Im Ergebnis bestand Einvernehmen, dass aufgrund der detaillierten Beleuchtung einzelner und übergreifender Aspekte der Schulentwicklung in der Arbeitsgruppe in den letzten zwei Jahren durch ein zusätzliches externes Gutachten kein Mehrwert zu erwarten ist und von einer solchen Beauftragung abzusehen ist.

 

 

III. Alternativen

·         Die vorgeschlagene Vorgehensweise unter dem Leitbild „Berufskollegs 2025“ wird

      nicht beschlossen,

      in veränderter Form beschlossen.

 

·         Es wird ein externes Gutachten zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs in Auftrag gegeben.

 

IV. Auswirkungen / Zusammenhänge (Finanzen, Personal, IT, sonstige Ressourcen)

Aus der Umsetzung der Planungsprämissen und –strategien sind – insbesondere an den technisch orientierten Schulstandorten – Ausstattungsinvestitionen zu erwarten. Um hier eine rechtzeitige Haushaltsplanung zu gewährleisten, soll im Fachausschuss regelmäßig im ersten Quartal eine Erörterung erfolgen. 

 

V.  Zuständigkeit für die Entscheidung

Wegen der Grundsätzlichkeit soll eine Entscheidung des Kreistages erfolgen.

 

 

Anlagen: Vergleich von Verfahren zur Schulentwicklungsplanung für Berufskollegs