Führungen durch die Ausstellung AUGEN – BLICK – WINKEL
Blick in die aktuelle Foto-Ausstellung auf Burg Vischering (Bildquelle: Kreis Coesfeld, Andreas Lechtape)
Intensive Einblicke in „Engelbert Reinekes Momentaufnahmen der Politik“
Intensive Einblicke durch einen Insider: Auf Anfrage führt Volontär Jon Wiggermann durch die Ausstellung „AUGEN – BLICK – WINKEL“, die er gemeinsam mit den Kreis-Kulturreferentinnen Swenja Janning und Flora Tesch kuratiert hat. Die Burg Vischering in Lüdinghausen zeigt bis zum 31. Mai 2026 „Engelbert Reinekes Momentaufnahmen der Politik“, so der Untertitel der Retrospektive. Als Fotograf des Bundespresseamtes dokumentierte Reineke von 1966 bis 2004 zentrale politische Ereignisse. Mit Motiven wie dem Kniefall Willy Brandts in Warschau oder den letzten Porträts Konrad Adenauers schuf der gebürtige Lüdinghauser Bilder, die sowohl das kollektive Bildgedächtnis als auch unsere Vorstellungen von Politikgeschichte bis heute prägen. Engelbert Reineke, der in diesen Tagen 87 Jahre alt wird, lebt heute in Bonn.
Seine Aufnahmen zeichnen sich durch ein feines Gespür für den entscheidenden Augenblick und eine raffiniert gestaltete Bildkomposition aus. Mit einer Werkschau, die erstmals ausschließlich Reineke gewidmet ist, präsentiert die Burg Vischering unter anderem originale Abzüge aus dem eigenen Bestand des Fotografen. Die Ausstellung betrachtet die Werke sowohl aus politisch-historischer Perspektive als auch unter persönlichen und bildkulturellen Aspekten. Wie viel Dokumentation steckt in den Bildern – wie viel Inszenierung? Im Rahmen des Themenjahres „Fotografie und Wahrheit“ richtet die Ausstellung den Blick außerdem darauf, wie Fotografie unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit formt. „Historische Persönlichkeiten oder Ereignisse mit einem ikonischen Bild verbinden zu können, lässt uns selbst eine gewisse Verbindung zu ihnen herstellen, sie lassen uns Momente fühlen, politische Persönlichkeiten menschlich nahe wirken und uns an Ereignissen teilhaben“, betont Wiggermann – und verspricht den Teilnehmenden: „Sie werden die politischen Persönlichkeiten hier mal sehr formal, etwa in Porträts, aber auch mal gestresst, fokussiert oder auch mal ganz gelassen und ‚persönlich‘ sehen, wie Willy Brandt mit Hut, Lederjacke und Gehstock im ‚Camp David‘ oder Richard von Weizsäcker beim Wandern durch die Alpen.“
Der Eintritt zur Ausstellung, die noch bis zum 31. Mai 2026 in der Vorburg zu sehen ist, beträgt 3,50 EUR und 2,- EUR (ermäßigt). Für die Führung fallen dann noch einmal 55,- EUR pro Gruppe an; maximal 25 Teilnehmende können jeweils dabei sein. Eine Anmeldung unter Telefon 02591/7990-0 oder kultur@kreis-coesfeld.de ist erforderlich.