Neues Förderprojekt für eine kooperative Energieversorgung in Gewerbegebieten gestartet
Der Startschuss für das münsterlandweite Projekt „Energieverbünde“ ist gefallen (v. l.): Elmar Wendland (gfw Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf mbH), Dominik Wilhelm (WFM Münster GmbH), Dr. Jürgen Grüner und Dietmar Bergmann (beide wfc), Sonja Raiber (WESt Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH), Renate Warmers (WFG für den Kreis Borken) und Philipp Sommer (FH Münster). (Foto: wfc, Isabell Schwabauer)
Steigende und stark schwankende Energiekosten, Unsicherheiten auf vielen Märkten und wachsende Anforderungen an den Klimaschutz stellen die Wirtschaft vor große Herausforderungen. In einem mit 1,5 Millionen Euro geförderten Projekt verfolgen die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise Coesfeld, Borken, Steinfurt, Warendorf und der Stadt Münster sowie die FH Münster und die RIZM Energy die klimafreundliche Transformation von Gewerbegebieten durch kooperative Energiesysteme.
Im Zuge des Projekts erhalten Unternehmen in zehn Pilot-Gewerbegebieten im Münsterland die Möglichkeit, ihren Energiebedarf abzustimmen und Erzeugungsanlagen, Speicher und Leitungen gemeinsam zu nutzen.
Der Millionenbetrag für das Projekt „Regionale Netzdienliche Energieverbünde in Gewerbegebieten“ (ReNET-EV) stammt aus dem EFRE/JTF-Programm NRW, das von der Europäischen Union kofinanziert wird. Die Förderung diene der Entfaltung regionaler Potenziale und der Stärkung des Landes, wie Regierungspräsident Andreas Bothe bei der Übergabe des Fördermittelbescheids betonte. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und läuft seit dem 1. April 2026.
Zehn Pilot-Standorte im Münsterland werden in diesem Zeitraum im Hinblick auf ihre Energiebedarfe, Potenziale und Infrastrukturen untersucht und zu digitalen Zwillingen modelliert, um optimale Versorgungskonzepte zu ermitteln. Parallel dazu werden geeignete kooperative Anreiz- und Betreiberstrukturen konzeptionell entwickelt, die den notwendigen Investitionsaufwand verteilen und Anreize für den großflächigen Einsatz erneuerbarer Energien schaffen.
Im Kreis Coesfeld werden im Projekt die Energiedaten in den Betrieben in den Gewerbegebieten Julius-Maggi-Straße, Hans-Böckler-Straße und Tetekum in Lüdinghausen sowie in den Gewerbegebieten Hamern und Friethöfer Kamp in Billerbeck erhoben. „Mit der Analyse schafft wir die Grundlage für eine detaillierte technische Modellierung der Standorte und die Entwicklung passgenauer Konzepte zur klimafreundlichen Transformation“, erklärt Dietmar Bergmann, der das Projekt für die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld betreuen wird. „Das Potential dafür ist gerade in Gewerbegebieten groß. Hier sind Unternehmen mit verschiedenen Energiebedarfen – Strom, Wärme, Kälte, Mobilität – nah beieinander. Synergieeffekte wie beispielsweise bei der Nutzung von Abwärme, dem gemeinschaftlichen Einsatz von Wärmepumpen oder Stromspeichern oder der Koordination von Spitzenlasten lassen sich gut realisieren.“