Schulklassen erkunden Ausstellung AUGEN – BLICK – WINKEL
Blick in die aktuelle Foto-Ausstellung auf Burg Vischering (Bildquelle: Kreis Coesfeld, Andreas Lechtape)
Intensive Einblicke in „Engelbert Reinekes Momentaufnahmen der Politik“
Wenn Schulklassen der Jahrgangsstufen acht bis 13 die aktuelle Fotoausstellung „AUGEN – BLICK – WINKEL“ erkunden, geht es insbesondere um die politischen Hintergründe der gezeigten Bilder: Wer sind die dargestellten Akteure; was ist der jeweilige Kontext der Aufnahmen? Fragen, die sich junge Menschen mit Blick auf „Engelbert Reinekes Momentaufnahmen der Politik“ stellen, so der Untertitel der Retrospektive auf Burg Vischering in Lüdinghausen. Volontär Jon Wiggermann, der die Ausstellung gemeinsam mit den Kreis-Kulturreferentinnen Swenja Janning und Flora Tesch kuratiert hat, macht bei dem frei buchbaren Schulprogramm „Wahrheit oder Lüge?“ Geschichte lebendig – und beleuchtet die Zusammenhänge ebenfalls aus jugendlicher Perspektive.
Als Fotograf des Bundespresseamtes dokumentierte Reineke von 1966 bis 2004 zentrale politische Ereignisse. Mit Motiven wie dem Kniefall Willy Brandts in Warschau oder den letzten Porträts Konrad Adenauers schuf der gebürtige Lüdinghauser Bilder, die sowohl das kollektive Bildgedächtnis als auch unsere Vorstellungen von Politikgeschichte bis heute prägen – und noch bis zum 31. Mai 2026 in der Vorburg gezeigt werden. Engelbert Reineke, der vor wenigen Tagen 87 Jahre alt geworden ist, lebt heute in Bonn. Seine Aufnahmen zeichnen sich durch ein feines Gespür für den entscheidenden Augenblick und eine raffiniert gestaltete Bildkomposition aus. Mit der Werkschau, die erstmals ausschließlich Reineke gewidmet ist, präsentiert die Burg Vischering unter anderem originale Abzüge aus dem eigenen Bestand des Fotografen. Die Ausstellung betrachtet die Werke sowohl aus politisch-historischer Perspektive als auch unter persönlichen und bildkulturellen Aspekten. Wie viel Dokumentation steckt in den Bildern – wie viel Inszenierung? Im Rahmen des Themenjahres „Fotografie und Wahrheit“ richtet die Ausstellung den Blick außerdem darauf, wie Fotografie unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit formt. „Historische Persönlichkeiten oder Ereignisse mit einem ikonischen Bild verbinden zu können, lässt uns selbst eine gewisse Verbindung zu ihnen herstellen, sie lassen uns Momente fühlen, politische Persönlichkeiten menschlich nahe wirken und uns an Ereignissen teilhaben“, betont Wiggermann.
An Kosten fällt der Museumseintritt für die Vorburg an, jeweils zuzüglich 4,- EUR pro Person. Die Anmeldung zur circa zweistündigen Schulveranstaltung ist unter Telefon 02591/7990-0 oder kultur@kreis-coesfeld.de möglich. Der Kreis Coesfeld unterstützt die Anreise von Schulklassen per Bus oder Bahn mit einem Fahrtkostenzuschuss von bis zu 90,- EUR.