Der Wert der Dinge: Neue Ausstellung zeigt Verborgenes aus dem Museumsdepot
Bäuerliche Holzschuhe bilden ein Rad, das wie ein technisches Bauteil wirkt (Bildquelle: Sebastian Köpcke und Volker Weinhold).
Was sammeln Museen und welche Objekte finden letztlich den Weg in die Ausstellung? Was bleibt im Depot verborgen? Museen zeigen nur einen kleinen Teil ihrer Sammlungen. Der größte Teil wird im Depot verwahrt, dokumentiert und selten gezeigt. Die Ausstellung „Der Wert der Dinge“, die vom 14. Juni bis zum 4. Oktober 2026 auf Burg Vischering in Lüdinghausen zu sehen sein wird, richtet den Blick auf diese verborgenen Bestände. Volker Weinhold und Sebastian Köpcke, die als Sammlungsfotografen, Gestalter und Ausstellungsmacher in Berlin leben und arbeiten, haben für die Ausstellung Depotobjekte als Stillleben inszeniert. In Ihrer Ästhetik, die an die Renaissance erinnert, verleihen die Fotografien den Dingen eine neue Würde – gezeigt werden dabei neun Großformate, ergänzt durch Exponate aus dem Depot, die oft einen bäuerlichen Kontext haben.
Ausgewählt wurden Objekte, die bislang kaum öffentlich präsentiert wurden. Alltagsgegenstände, landwirtschaftliche Geräte und bürgerliche Kleidung erzählen von Lebens- und Arbeitswelten jenseits der adeligen Geschichte der Burg. Zugleich eröffnen sie Fragen nach Sammlungspraxis, Bedeutungszuschreibungen und musealen Auswahlprozessen: Warum werden manche Dinge ausgestellt – und andere nicht? Sebastian Köpcke schildert seine Motivation: „Als Gebrauchsgrafiker und Ausstellungsgestalter gilt mein Interesse an der Fotografie nicht zuerst der technischen Raffinesse, sondern der Geschichte, die ein Foto erzählt.“ Und Volker Weinhold bekennt: „Als Fotograf folge ich langen Linien, kehre immer wieder an Orte zurück und suche nach Bildern für das eigene Erinnern.“
Partizipative Stationen machen kuratorische Entscheidungen erfahrbar: Besuchende können eigene Stillleben gestalten, Fotografien aufnehmen oder über den Umgang mit ausgewählten Objekten diskutieren. So entsteht ein Dialog über den Wert der Dinge und die Geschichten, die sie veranschaulichen. Ein exemplarisches Motiv ist dabei die Burg Vischering selbst: Allein über 20 Gemälde, Graphiken und Fotografien zeigen den Kulturort des Kreises Coesfeld in Lüdinghausen.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 14. Juni 2026 (Sonntag) um 17:00 Uhr lädt der Kreis Coesfeld herzlich ein. Regulär ist der Eintritt im Kombiticket für Vor- und Hauptburg enthalten.