Digitale Geschichten für globale Gerechtigkeit
Schüler schauen sich ihr erarbeitetes Ergebnis in „Augmented-Reality“ auf dem Smartphone an (Foto: Reedu GmbH & Co. KG)
Schüler entwickeln interaktive AR-Projekte zu fairen Textilien
Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrganges der Anne-Frank-Gesamtschule haben sich im Rahmen eines innovativen Bildungsprojekts intensiv mit globalen Produktionsketten und nachhaltigem Konsum auseinandergesetzt. Am Beispiel fairer Textilien erforschten sie die Hintergründe der Herstellung und Verarbeitung von Stoffen und übersetzen ihre Erkenntnisse in kreative digitale erlebbare Geschichten.
Zu Beginn der Maßnahme lernten die Schülerinnen und Schüler die globalen Verflechtungen von Produktionsprozessen kennen. Im Anschluss entwickeln die Teilnehmenden eigene Kurzgeschichten, die die Arbeitsrealitäten in der Textilindustrie beleuchten und nachhaltige Alternativen aufzeigen. Diese Storylines bildeten die Grundlage für die weitere digitale Umsetzung. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Arbeit mit dem webbasierten Storytelling-Tool Mapstories. Mit der Fachexpertise des begleitenden Unternehmens Re:edu GmbH & Co. KG – ein Spin-off des Institutes für Geoinformatik der Universität Münster – erstellten die Schülerinnen und Schüler interaktive Karten mit Bildern, Videos, Texte und Podcasts. Dabei erwarben sie grundlegende Kompetenzen im Bereich geografischer Informationssysteme (GIS) und digitaler Kartografie.
Ergänzend dazu gestalteten die Teilnehmenden eigene Augmented-Reality-Szenen. Mithilfe eines webbasierten Creator-Tools entwickeln sie 3D-Objekte und digitale Charaktere, die standortbasiert in die reale Umgebung eingebunden wurden. Dabei lernten sie auch Grundlagen der 3D-Modellierung sowie den Umgang mit Koordinatensystemen und GPS. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der Schulgemeinschaft präsentiert und zur interaktiven Nutzung bereitgestellt. Durch die Platzierung von QR-Codes im öffentlichen Raum werden die digitalen Geschichten auch für eine breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ein besonderer Schwerpunkt der Maßnahme liegt auf der Berufs- und Studienorientierung. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Studiengang Bachelor Geoinformatik sowie in verwandte Berufsfelder wie Informatik, Geomatik, immersive Mediengestaltung und Anwendungsentwicklung. Die Dozierenden bringen eigene Praxiserfahrungen aus diesen Bereichen ein und stellen kontinuierlich Bezüge zu realen Berufsperspektiven her.
Das Projekt wurde unterstützt vom zdi-Netzwerk Kreis Coesfeld und durch Mittel der vertieften Berufs- und Studienorientierung (BSO) im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gefördert. Diese Förderung erfolgt durch das Wissenschaftsministerium NRW sowie die Bundesagentur für Arbeit. „Zukunft durch Innovation“ (zdi) ist eine Landesinitiative zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in NRW.