Digitalisierung der Bauaufsicht schreitet voran:
Mehr als jeder zweite Antrag wird inzwischen über das Bauportal eingereicht
Die Digitalisierung der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Kreises Coesfeld macht deutliche Fortschritte. Seit der Anbindung an das Bauportal.NRW im Juli 2024 können Bauanträge digital eingereicht werden. Zu Beginn waren zusätzlich noch zwei Papierausfertigungen der Antragsunterlagen erforderlich. Mit der vollständigen Umstellung auf die digitale Antragsannahme im April 2025 wurde dieser Zwischenschritt beendet. Seitdem bearbeitet die Bauaufsicht sämtliche Verfahren papierlos. Auch intern werden keine Papierakten mehr geführt. Der Austausch mit den Bauherren sowie den beteiligten Fachbehörden und den Städten und Gemeinden erfolgt vollständig digital.
Damit konnten die Verwaltungsabläufe modernisiert und Medienbrüche vollständig vermieden werden. Die Entwicklung der Nutzungszahlen des Bauportal.NRW zeigt, dass das Angebot zunehmend angenommen wird. Im Jahr 2024 wurden 97 von insgesamt 572 möglichen Vorgängen über das Portal eingereicht. Dies entspricht einem Anteil von rund 17 Prozent. Im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 334 von 990 Vorgängen, beziehungsweise 33 Prozent. Im laufenden Jahr 2026 wurden bis Ende Mai bereits 194 von 354 Anträgen über das Bauportal.NRW eingereicht; die Quote liegt damit bei 55 Prozent. Diese Zahlen bilden jedoch nur einen Teil der digitalen Antragseingänge ab. Bereits vor der vollständigen Umstellung auf die papierlose Bearbeitung wurden zahlreiche Anträge elektronisch per E-Mail eingereicht. Auch heute erfolgt ein erheblicher Teil der Einreichungen weiterhin über diesen Weg. Der tatsächliche Anteil digital eingehender Anträge liegt daher deutlich über den ausgewiesenen Nutzungszahlen des Bauportal.NRW. Die Tendenz zur digitalen Antragstellung ist insgesamt klar steigend. Mit der bevorstehenden Änderung der Landesbauordnung wird die Einreichung von Bauanträgen über das Bauportal.NRW künftig verpflichtend werden. Der Kreis Coesfeld empfiehlt daher insbesondere Entwurfsverfassern und Antragstellern, sich frühzeitig mit den digitalen Verfahren vertraut zu machen – und steht ihnen dabei gern beratend zur Seite.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Der Kreis Coesfeld steht digitalen Lösungen offen gegenüber und treibt die Modernisierung seiner Bauaufsicht konsequent voran. Der erreichte Digitalisierungsgrad dürfte auch im landesweiten Vergleich eine besondere Stellung einnehmen. Während viele Bauaufsichtsbehörden die Umstellung auf vollständig digitale Verfahren noch schrittweise vornehmen, erfolgt die Bearbeitung im Kreis Coesfeld bereits heute durchgängig papierlos – von der Antragstellung über die Beteiligung der Fachbehörden bis hin zur internen Vorgangsbearbeitung und zum Schriftverkehr mit dem Bauherrn.