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Infektionserkrankungen der Atemwege

Respiratorische Infektionskrankheiten sind Erkrankungen der Atemwege, die durch Viren oder Bakterien verursacht werden. Sie gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten und treten besonders in den Herbst- und Wintermonaten gehäuft auf. Betroffen sein können die oberen Atemwege (Nase, Rachen, Bronchien) sowie die unteren Atemwege (Lunge). Bekannte Beispiele sind die saisonale Grippe, COVID-19, RSV, Keuchhusten oder Erkältungskrankheiten.

Typische Symptome respiratorischer Infektionen sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Je nach Erreger und Person können die Beschwerden mild verlaufen oder zu schweren Krankheitsbildern wie Bronchitis oder Lungenentzündung führen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen und Aerosole, die beim Sprechen, Husten oder Niesen freigesetzt werden. Zusätzlich können sich Erreger über kontaminierte Hände oder Oberflächen verbreiten. Aufgrund dieser leichten Übertragbarkeit kommt es insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern häufig zu Ausbrüchen, wenn keine ausreichenden Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Zur Vorbeugung spielen Hygieneregeln eine zentrale Rolle. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, das Husten und Niesen in die Armbeuge, das Tragen von Masken bei Symptomen sowie eine gute Raumlüftung. Gegen einige respiratorische Infektionskrankheiten stehen Schutzimpfungen zur Verfügung, etwa gegen Influenza, COVID-19, Keuchhusten oder RSV, die insbesondere für Risikogruppen empfohlen werden.

Aus fachlicher und rechtlicher Sicht sind respiratorische Infektionskrankheiten im Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt. Je nach Erkrankung können Meldepflichten, Tätigkeits- oder Besuchsverbote sowie besondere Hygienemaßnahmen gelten, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen und im Gesundheitswesen. Ziel dieser Regelungen ist es, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen und besonders gefährdete Personen zu schützen.

Michaela Kamphausen

Infektionsschutz /Gesundheitsaufsicht

Telefon: 02541- 18 5414

Email: michaela.kamphausen@kreis-coesfeld.de

Franziska Rabert

Infektionsschutz

Telefon: 02541- 18 5377

Email: franziska.rabert@kreis-coesfeld.de

Heike Rengbers

Infektionsschutz / Tuberkulose

Telefon: 02541- 18 5417

Email: heike.rengbers@kreis-coesfeld.de

Auswahl an Infektionserkrankungen der Atemwege

RSV

RSV, ausgeschrieben Respiratorisches Synzytial-Virus, ist ein weltweit verbreitetes Virus, das vor allem die Atemwege befällt. Die meisten Menschen stecken sich bereits im Kleinkindalter erstmals damit an. Während ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene meist nur leichte Erkältungssymptome entwickeln, kann RSV für Säuglinge, Frühgeborene, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen deutlich gefährlicher sein. Bei ihnen kann die Infektion schwer verlaufen und zu Entzündungen der unteren Atemwege wie Bronchiolitis oder Lungenentzündung führen.

Die Erkrankung beginnt oft wie ein normaler Infekt: mit Schnupfen, Husten, leichtem Fieber und manchmal Halsschmerzen. Bei gefährdeten oder sehr jungen Kindern können sich die Beschwerden jedoch rasch verschlimmern. Typisch sind dann Atemnot, schnelle Atmung, pfeifende Atemgeräusche oder Schwierigkeiten beim Trinken. Gerade Säuglinge müssen manchmal im Krankenhaus behandelt werden, um die Atmung zu unterstützen und Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

RSV ist hoch ansteckend und wird vor allem über Tröpfchen übertragen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen. Auch über die Hände oder gemeinsam genutzte Gegenstände kann das Virus weitergegeben werden. Besonders in den Wintermonaten verbreitet sich RSV schnell, da viele Menschen in Innenräumen zusammentreffen und das Virus unter diesen Bedingungen länger überlebt.

Da RSV-Infektionen häufig auftreten, aber manchmal schwer verlaufen können, ist eine frühzeitige Aufmerksamkeit wichtig. Bei auffälliger Atmung, Trinkschwäche oder zunehmender Erschöpfung sollte bei kleinen Kindern und gefährdeten Personen frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Informationen zur Impfung

Seit Juni 2024 empfiehlt Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison eine vorbeugende Schutzmaßnahme mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab (Handelsname Beyfortus).  Anders als bei einer klassischen Impfung handelt es sich bei Nirsevimab um eine passive Immunisierung: Der Antikörper wird direkt verabreicht der Körper muss ihn nicht erst selbst aufbauen. So besteht der Schutz sofort, gerade in der kritischen Zeit, wenn Babys besonders gefährdet sind.  Der Schutz durch Nirsevimab hält typischerweise über die gesamte RSV-Saison an.  

Säuglinge, die zwischen Oktober und März geboren werden (also während der RSV-Saison), sollten die Prophylaxe möglichst direkt nach der Geburt erhalten — idealerweise bei Entlassung aus der Geburtseinrichtung oder bei der ersten Vorsorgeuntersuchung (U2, 3. bis 10. Lebenstag).  Babys, die zwischen April und September geboren sind, sollten möglichst im Herbst vor Beginn der RSV-Saison (etwa September bis November) die einmalige Nirsevimab-Injektion bekommen. Eine versäumte Gabe kann im Verlauf der ersten RSV-Saison nachgeholt werden.  

Nirsevimab reduziert das Risiko für schwere RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege deutlich .Bei Säuglingen unter einem Jahr um etwa 80 %. Durch den Schutz von Babys werden Krankenhausaufenthalte deutlich seltener und dadurch wird nicht nur das Kind geschützt, sondern auch das Gesundheitssystem in der RSV-Saison entlastet.  
 

Keuchhusten

Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die vor allem für Säuglinge und ungeimpfte Personen gefährlich werden kann. Die Erkrankung beginnt meist mit unspezifischen Symptomen wie leichtem Husten, Schnupfen und manchmal Fieber, sodass sie anfangs leicht mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt wird. Nach ein bis zwei Wochen entwickeln sich jedoch die typischen, krampfartigen Hustenanfälle. Diese Anfälle treten stoßweise auf, dauern oft mehrere Minuten und können so heftig sein, dass Betroffene kaum Luft bekommen. Beim anschließenden Einatmen entsteht nicht selten ein charakteristisches „juchzendes“ oder keuchendes Geräusch. Besonders Kinder würgen nach den Hustenattacken Schleim hervor oder müssen sich übergeben. Diese Phase kann vier bis sechs Wochen oder länger anhalten, ehe der Husten langsam abklingt.

Keuchhusten wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Husten, Niesen oder durch engen Kontakt. Da die Erkrankung schon in der frühen Phase sehr ansteckend ist, kommt es leicht zu Ausbrüchen, vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen. Für Säuglinge kann Keuchhusten schwerwiegende Folgen haben etwa Atemaussetzer, Lungenentzündungen oder andere Komplikationen, weshalb ein guter Schutz besonders wichtig ist.

Der wirksamste Schutz vor Keuchhusten ist die Impfung, die Bestandteil der Standardimpfungen für Kinder ist. Da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, sind regelmäßige Auffrischimpfungen für Jugendliche und Erwachsene nötig. Schwangeren wird eine Impfung ebenfalls empfohlen, um das ungeborene Kind bereits vor der Geburt zu schützen. Wird Keuchhusten frühzeitig erkannt, können Antibiotika den Verlauf abschwächen und die Ansteckungsfähigkeit verkürzen. Erkrankte sollten engen Kontakt zu Säuglingen und gefährdeten Personen unbedingt vermeiden.

Influenza

Die saisonale Grippe, auch Influenza genannt, ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem in den Wintermonaten auftritt. Sie betrifft vor allem die Atemwege und kann plötzlich und heftig beginnen. Die Grippe ist keine “normale Erkältung”, sondern meist deutlich schwerer und belastender für den Körper.

Die Symptome setzen oft sehr plötzlich ein und äußern sich im hohen Fieber, starken Husten, starkes Krankheitsgefühl und Schüttelfrost. Besoders ältere Menschen,kleine Kinder,Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen können schwere Krankheitsverläufe entwickeln. In der Regel dauert die Grippe eine Woche oder länger.Die Erschöpfung kann auch danach noch einige Wochen anhalten.

Die Influenza Viren verbreiten sich sehr leicht über Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen, über Hände, die mit virushaltigen Oberflächen in Kontakt waren und über enge Kontakte in Räumen mit vielen Menschen. Bereits einen Tag vor Symptombeginn kann man ansteckend sein.

COVID 19

COVID-19 ist eine Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird. Die Erkrankung kann Menschen jeden Alters betreffen und verläuft sehr unterschiedlich. Während viele Betroffene nur leichte oder erkältungsähnliche Symptome entwickeln, kann COVID-19 insbesondere bei älteren Menschen, chronisch Kranken, Schwangeren und immungeschwächten Personen schwer verlaufen und zu ernsthaften Komplikationen führen.

Typische Symptome sind Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit sowie gelegentlich Atemnot. Auch Geruchs- oder Geschmacksverlust, Durchfall oder Übelkeit können auftreten. Die Beschwerden beginnen meist wenige Tage nach der Ansteckung. In einigen Fällen kann es zu einem schweren Krankheitsverlauf mit Lungenentzündung oder langfristigen Beschwerden kommen, die als Long COVID bezeichnet werden.

Die Übertragung von SARS-CoV-2 erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen und Aerosole, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Zusätzlich ist eine Ansteckung über Hände oder kontaminierte Oberflächen möglich. Aufgrund der hohen Übertragbarkeit spielt COVID-19 insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen, Pflegeheimen und Krankenhäusern eine große Rolle.

Zur Vorbeugung sind Hygienemaßnahmen weiterhin wichtig. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, gute Raumlüftung, das Tragen einer Maske bei Krankheitssymptomen sowie das Einhalten von Abstand, wenn möglich. Einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bieten außerdem die COVID-19-Impfungen, die insbesondere für Risikogruppen empfohlen werden.

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