Mehr Mobilität möglich machen
Coesfeld, Nordkirchen und Olfen erhalten eine Förderung für On-Demand-Angebote. (Foto: Kreis Coesfeld)
Coesfeld, Nordkirchen und Olfen erhalten Förderung für On-Demand-Angebote
Gleich zwei Projekte aus dem Kreis Coesfeld erhielten jüngst eine stattliche Förderung aus den Händen von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer. Knapp 800.000 € fließen somit in den nächsten drei Jahren ins Kreisgebiet, um die Menschen in den drei Wettbewerskommunen noch besser mobil zu machen. „Mit den Projekten bringen wir den öffentlichen Nahverkehr genau dorthin, wo klassische Angebote oft an ihre Grenzen stoßen: in den ländlichen Raum, zu Randzeiten und auf der letzten Meile. Damit verbessern wir die Mobilität vor Ort und gleichen Unterschiede zwischen Stadt und Land gezielt aus“, erklärte Verkehrsminister Oliver Krischer.
Dabei sind die Ansätze der jeweiligen Kommunen unterschiedlich:
Die Stadt Coesfeld möchte mit dem On-Demand-Projekt vor allem die Fläche vor Ort und in den Ortslagen besser erschließen. Mit zwei Fahrzeugen soll das Projekt, das Teil des Mobilitätskonzepts ist, umgesetzt werden und hier insbesondere auch die Lebenswirklichkeit der Menschen und deren Mobilitätsangebote abbilden. Dies wird sich in den Bedienzeiten widerspiegeln. Dabei ist das Konzept, das ausschließlich digital gebucht werden kann, eine Ergänzung zu den bereits bestehenden Strukturen, sowohl im Regionalverkehr als auch durch das tolle Engagement des BürgerBus-Vereins. Bürgermeisterin Eliza Diekmann-Cloppenburg begrüßt die Unterstützung durch das Land NRW: „Mit der Förderung erhält Coesfeld die Chance unseren Stadtbus in die Praxis zu bringen. Endlich können die Coesfelderinnen und Coesfelder öffentlich unterwegs sein; das bedeutet auch eine dicke Portion soziale Teilhabe.“
Einen anderen Ansatz verfolgt das sogenannte Südkreiskonzept, das die Kommunen Nordkirchen, Olfen und Selm besser anbinden und so zu einer deutlichen Attraktivierung der Bahnstrecke nach Dortmund führen soll. Während aktuell durch eine lange Wartezeit am Bahnhof in Selm die Strecke wenig attraktiv ist, wird durch eine Veränderung der Taktlage ein zügiger Übergang zur Bahn in Richtung Ruhrgebiet, aber auch in Richtung Enschede ermöglicht. So können Bürgerinnen und Bürger beispielsweise demnächst in 44 Minuten am Hauptbahnhof in Dortmund sein. Gleichzeitig kann der On-Demand-Verkehr in den Zeiten, in denen keine Wegstrecke von bzw. zum Bahnhof zurückgelegt wird, auch hier eine ergänzende Flächenerschließung in den Kommunen gewährleisten. „Wir freuen uns, mit dem neuen Angebot eine Anbindung an den Selmer Bahnhof zu schaffen, mit der wir die Verbindung Richtung Ruhrgebiet stärken und verkürzen“, sagt Nordkirchens Bürgermeisterin Stefanie Holz. „Wir machen hier mit, weil wir damit eine bessere Anbindung zum Oberzentrum Dortmund schaffen und der Ortsteil Vinnum endlich auch eine feste Anbindung bekommt“, ergänzt Bürgermeister Wilhelm Sendermann aus Olfen.
Die Entwicklung und Umsetzung des Südkreiskonzepts erfolgt gemeinsam mit der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM). Das Verkehrsunternehmen hat die fachliche Konzeption des Angebots begleitet und bringt seine Erfahrungen bei der Planung, technischen Umsetzung und dem späteren Betrieb des On-Demand-Verkehrs ein.
„Das Projekt verbindet die Stärken des öffentlichen Nahverkehrs mit den neuen digitalen Möglichkeiten. Gerade im ländlichen Raum können On-Demand-Verkehre das bestehende Bus- und Bahnangebot sinnvoll ergänzen. Wir freuen uns, dass wir unsere Erfahrungen in dieses Projekt einbringen dürfen“, sagt RVM-Geschäftsführer Julian Hericks.
Auch für den Aufgabenträger Kreis Coesfeld, der durch Kreisdirektor Dr. Linus Tepe in Düsseldorf vertreten wurde, sind die beiden Ansätze tolle Zeichen, wie Mobilität auch im ländlichen Raum besser gemacht werden kann. „Es ist schön, dass wir im Kreis so innovative Kommunen haben, die die Bedarfe vor Ort verbessern wollen und so die Attraktivität des Kreises Coesfeld ausbauen. Nach unseren Erfahrungen aus dem Bürgerlabor Mobilität Münsterland sind genau das die hieraus resultierenden Impulse, Mobilität aus Nutzersicht zu entwickeln. Wir alle partizipieren von diesem Engagement und stehen daher auch aus Überzeugung an der Seite der drei Kommunen“, so Dr. Linus Tepe.
Insgesamt werden landesweit zwölf Projekte im Bereich des On-Demand-Verkehrs unterstützt. Hierbei handelt es sich sowohl um schon bestehende Angebote, die durch die Förderung verstetigt werden können, als auch neue Projekte, wie die aus dem Kreis Coesfeld. Die degressive Förderung sieht insbesondere einen Ausgleich der Betriebskostendefizite vor. Alle zwölf Projekte werden die landesweite On-Demand Plattform „rufmobil.nrw“ nutzen, was die Nutzerfreundlichkeit für die Fahrgäste erhöht.