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Von der Schule in die Ausbildung

Meldung vom:

Zwei Frauen stehen nebeneinander vor einem grünen Busch. Im Hintergrund ist ein rotes Gebäude zu sehen. Di e Frauen lächeln in die Kamera.

Sandra Fischer (links) und Lisa von Lützau (rechts) helfen Schülerinnen und Schülern der Be-rufskollegs beim Übergang von der Schule in den Beruf. (Foto: Kreis Coesfeld, Insa Waltermann)

Unterstützung für Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg

Lisa von Lützau und Sandra Fischer sind als Übergangsbegleitungen an den Berufskollegs des Kreises Coesfeld tätig und stehen Schülerinnen und Schüler beim Berufseinstieg zur Seite. Wie das aussieht und welche Aufgaben sie übernehmen, erzählen sie im Interview.

Was machen Sie als Übergangsbegleitung genau? 

Lisa von Lützau:

Wir unterstützen Schülerinnen und Schüler, die am Berufskolleg den Haupt- oder Realschulabschluss nachholen. Dabei ist das Angebot sehr breit. Es geht etwa darum, ein Praktikum zu finden, Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen oder eigene Berufsperspektiven zu entwickeln. Mit den Praktika erhalten die Schülerinnen und Schüler eine gute Gelegenheit, um erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Dabei lernen die Jugendlichen auch, mit Unternehmen und deren Mitarbeitenden in Kontakt zu treten.

Uns ist wichtig, dass die jungen Menschen möglichst ein Berufsfeld kennenlernen, das später auch für eine Ausbildung infrage kommen könnte. Deshalb sprechen wir mit ihnen über ihre beruflichen Wünsche und schauen gemeinsam, welche Perspektiven realistisch und passend sind.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Begleitung von Auszubildenden. Wir vermitteln Unterstützungsangebote, wie die Lernunterstützung, und stehen als Ansprechpartnerinnen bei schulischen, betrieblichen oder persönlichen Problemen zur Verfügung. Hier arbeiten wir, falls gewünscht, eng mit Klassenleitungen, der Ausbildungsberatung der Kammern und mit Ausbildungsbetrieben zusammen.

Welche Ziele verfolgt das Angebot?

Sandra Fischer:

Wir unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, nach ihrem Bildungsgang eine passende Anschlussperspektive zu finden. Das kann eine Ausbildung sein, aber auch ein weiterer Schulbesuch. Bei den jungen Menschen an der Berufsschule steht natürlich vor allem der erfolgreiche Abschluss ihrer Ausbildung an erster Stelle.

Welche konkreten Maßnahmen gibt es, um einen erfolgreichen Übergang in eine Ausbildung oder ein duales Studium sicherzustellen?

Lisa von Lützau: 

Grundsätzlich sind eine gute schulische Bildung und ein gut begleitetes Aufwachsen die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Unsere Arbeit fängt dort an, wo diese Voraussetzungen nicht immer gegeben waren, etwa wenn Deutsch nicht die Erstsprache ist oder Eltern ihr Kind nicht in allen Bereichen unterstützen konnten. 

Wir begleiten diese Schülerinnen und Schüler deshalb individuell und arbeiten eng mit Lehrkräften, der Arbeitsagentur und mit Fachkräften in lern- und sozialpädagogischen Programmen zusammen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Maßnahmen, die den Übergang in eine Ausbildung erleichtern: schulische Praktika, regelmäßige Berufsberatungen, Bewerbungstrainings und vieles mehr. 

Ein gutes Beispiel ist auch die Praxiswoche. Dort können junge Menschen, die noch nichts Passendes gefunden haben, eine Woche Betriebsluft schnuppern. Nicht selten ergibt sich daraus anschließend sogar ein Ausbildungsplatz.

Wie profitieren – neben den Schülerinnen und Schülern – auch Unternehmen und Schulen von der Übergangsbegleitung?

Sandra Fischer:

Für Schulen und Unternehmen sind wir feste Ansprechpartnerinnen, wenn es Probleme oder Fragen im Zusammenhang mit oder bei den Schülerinnen und Schüler gibt. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen und unterstützen dort, wo Hilfe gebraucht wird.

Wir wollen, dass die jungen Menschen ihren Schulabschluss oder ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. Gleichzeitig profitieren Unternehmen davon, dass sie über die Übergangsbegleitung potenzielle Nachwuchskräfte kennenlernen können.

Wie gewinnen Sie regionale Betriebe für die Angebote (z.B. für die Praxiswoche)?

Lisa von Lützau: 

Während der Praxiswoche erreichen wir Betriebe durch die Kammervertretungen. Ansonsten recherchieren wir in der Jobbörse der Arbeitsagentur oder nutzen Kontakte zum Beispiel über Lehrkräfte oder die Ausbildungsmesse CoeMBO. 

Was sind die größten Herausforderungen in der Übergangsbegleitung?

Sandra Fischer:

Schülerinnen und Schüler, die zu uns kommen, bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Anliegen mit. Neben Fragen zur Berufsorientierung und zur Schule spielen oft auch soziale, sprachliche und psychische Faktoren eine Rolle. Deshalb ist jede Beratung anders und erfordert individuelle Lösungen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, allen Schülerinnen und Schülern trotz hoher Fallzahlen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen. Das ist nicht immer einfach umzusetzen und erfordert viel Flexibilität und Spontanität von uns. 

Welches Resümee ziehen Sie selbst bisher? Welche positiven Ereignisse sind Ihnen im Kopf geblieben? 

Sandra Fischer:

Schön ist es, wenn Schülerinnen und Schüler berichten, dass ihnen unsere Unterstützung geholfen hat und sie erfolgreich in eine Ausbildung gestartet sind. Solche Rückmeldungen zeigen, dass unsere Arbeit etwas bewirken kann. Mir ist eine Situation besonders in Erinnerung geblieben: Eine Lehrerin erzählte mir von einer Schülerin, die mehrmals bei mir in der Beratung war. Nach einem Treffen sagte sie vor der Klasse, dass die Termine bei mir zwar herausfordernd und anstrengend seien, ihr aber richtig viel bringen würden. Solche Rückmeldungen freuen mich sehr!

 

Lisa von Lützau steht als Übergangsbegleitung für das Oswald-von-Nell-Breuning und Pictorius Berufskolleg zur Verfügung, Sandra Fischer für das Richard-von-Weizsäcker Berufskolleg. Fragen zur Übergangsbegleitung beantwortet Julia Hörbelt von der Kommunalen Koordinierungsstelle KAoA unter Telefon 0 25 41 / 18 90 26 oder per Mail an julia.hoerbelt@kreis-coesfeld.de

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