Künstliche Intelligenz in den Rathäusern
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berieten im Workshop gemeinsam über die Zukunft von künstlicher Intelligenz in der Verwaltung (Foto: Kreis Coesfeld)
Kommunale Spitzen tauschen sich zur erfolgreichen Gestaltung des Wandels aus
Wie können Kommunen die Chancen Künstlicher Intelligenz nutzen und gleichzeitig ihre Mitarbeitenden erfolgreich auf dem Weg der digitalen Transformation mitnehmen? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich nun die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kreises Coesfeld gemeinsam mit Führungskräften der Kommunalverwaltungen in einem Workshop der gemeinsamen Digitalagentur Kreis Coesfeld. Bei der Veranstaltung im einsA in Dülmen stand dabei der Mensch als entscheidender Erfolgsfaktor der KI-Transformation im Mittelpunkt.
Unter dem Schwerpunkt „Change Management“ diskutierten die Teilnehmenden die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Arbeitsweisen, Organisationsstrukturen, Rollenbilder und Führungskultur. Nach einer gemeinsamen Lagebestimmung zum KI-Reifegrad der Kommunen standen insbesondere die Herausforderungen und Chancen im Mittelpunkt, die sich aus dem Einsatz von KI für Verwaltungen ergeben.
Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr betonte die strategische Bedeutung des Themas für die kommunale Ebene: „Künstliche Intelligenz wird die Arbeit in den Verwaltungen nachhaltig verändern. Entscheidend ist, dass wir diesen Wandel aktiv gestalten, unsere Mitarbeitenden frühzeitig einbinden und die Chancen der Technologie zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Der heutige Austausch hat gezeigt, dass die Kommunen im Kreis Coesfeld diesen Weg gemeinsam und mit großer Offenheit angehen.“
Im weiteren Verlauf des Workshops wurden die Erwartungen von Politik und Öffentlichkeit an die Digitalisierung sowie die Frage nach dem konkreten Mehrwert von KI-Anwendungen für die Verwaltung besprochen. Anonymisierte Praxisbeispiele dienten als Grundlage für eine gemeinsame Analyse von Erfolgsfaktoren sowie typischer Hürden bei der Einführung neuer Technologien. Hier lag der Fokus auf der internen Kommunikation von Veränderungsprozessen und der Rolle von Führungskräften bei der Begleitung ihrer Mitarbeitenden.
Für den Bürgermeistersprecher der Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld, Wilhelm Sendermann aus Olfen, ist die intensive Kommunikation ein ausschlaggebender Punkt: „Die kommunalen Verwaltungen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Gerade deshalb ist der interkommunale Austausch so wertvoll. Wenn wir Erfahrungen teilen, voneinander lernen und gemeinsame Standards entwickeln, können wir die Potenziale von KI schneller und erfolgreicher erschließen.“
Abschließend reflektierten die Teilnehmenden, dass die Kommunen im Kreis Coesfeld die digitale Transformation als gemeinsame Aufgabe verstehen und erarbeiteten erste Ansätze für eine kreisweiten KI-Strategie. Die Digitalagentur Kreis Coesfeld bietet dafür den organisatorischen Rahmen, um Wissen zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Projekte voranzubringen.
Die Digitalisierungskonferenz 2026 des Kreises Coesfeld am 2. November in der Steverhalle in Senden soll die positive Erfahrung aus dem Workshop weiterführen. Die Konferenz bringt Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen der digitalen Transformation zu diskutieren und gemeinsam Zukunftsaussichten für den Kreis Coesfeld zu entwickeln.
Informationen zum Programm der Konferenz und zur Anmeldung werden auf der Internetseite des Kreises Coesfeld unter coe.de/digitalisierungskonferenz2026 veröffentlicht.