Gemeinsam für eine starke Notfallversorgung im Kreis Coesfeld
Gut besuchte Fortbildungsveranstaltung von Christophorus Kliniken und Ärztlicher Leitung Rettungsdienst
Wie wichtig eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten in der Notfallversorgung ist, zeigte nun eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Christophorus Kliniken und der Ärztlichen Leitung Rettungsdienst (ÄLRD) des Kreises Coesfeld. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Rettungsdienst, Feuerwehr, Leitstelle und Kliniken kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand zu informieren und anschließend gemeinsam zu trainieren.
Vertreten waren Mitarbeitende des DRK-Rettungsdienstes und des Rettungsdienstes der Feuerwehr Dülmen sowie Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte aus dem Marienhospital Lüdinghausen und den Christophorus Kliniken. Auch die Feuerwehr Coesfeld und die Kreisleitstelle Coesfeld nahmen an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt des ersten Teils stand die Frage, wie sich die Reanimationsversorgung im Kreis Coesfeld weiter verbessern lässt. Eine wichtige Grundlage dafür liefern die Daten des Deutschen Reanimationsregisters, an dem sich der Kreis seit 2025 beteiligt.
Die aktuellen Zahlen zeigen erste positive Trends: Bei 134 bislang ausgewerteten Reanimationen im Jahr 2026 wurde in 52,2 Prozent der Fälle bereits durch Ersthelfende mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Im Vorjahr waren es 49,1 Prozent. Auch der Anteil der Patienten, bei denen im Verlauf der Reanimation wieder ein eigener Kreislauf erreicht werden konnte, stieg von 39,8 auf 43,3 Prozent. Der Kreis Coesfeld liegt damit über dem Bundesdurchschnitt.
Aufgrund der noch begrenzten Fallzahlen lassen sich daraus allerdings noch keine statistisch signifikanten Veränderungen ableiten. Die Ergebnisse sind daher zunächst als Trends zu verstehen. Umso wichtiger ist die kontinuierliche Erfassung: Erst die weitere Entwicklung wird zeigen, ob sich die positiven Tendenzen langfristig bestätigen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der telefonisch angeleiteten Reanimation (T-CPR) durch die Kreisleitstelle. Bei 38,8 Prozent der bislang erfassten Reanimationen erfolgte 2026 eine entsprechende telefonische Anleitung. Damit liegt der Kreis Coesfeld über dem Mittelwert der im Register verglichenen deutschlandweiten Standorte von 31,6 Prozent.
Eine weitere wichtige Säule ist die schnelle Einbindung qualifizierter Ersthelfer. Knapp 900 qualifizierte Corhelper stehen inzwischen im Kreisgebiet zur Verfügung, die über eine App zu Reanimationen in ihrer Nähe alarmiert werden können. Ergänzend werden in mehreren Rettungsdienstbereichen auch Feuerwehren zu Reanimationen alarmiert, um die Zeit bis zum Beginn qualifizierter Maßnahmen möglichst kurz zu halten.
„Wir sehen eine Entwicklung in die richtige Richtung. Entscheidend ist aber nicht eine einzelne Kennzahl, sondern das Zusammenspiel der gesamten Rettungskette“, betonte Dr. Holger Janssen, Mitglied der Ärztlichen Leitung Rettungsdienst des Kreises Coesfeld. Vom Erkennen des Herz-Kreislauf-Stillstandes in der Leitstelle über die Anleitung und Alarmierung von Ersthelfenden bis zur Versorgung durch Rettungsdienst, Notarzt und Krankenhaus müsse jeder Abschnitt möglichst gut ineinandergreifen.
Nach dem theoretischen Teil stand deshalb die praktische Zusammenarbeit im Mittelpunkt. In einem gemeinsamen Reanimationstraining wurden Abläufe erprobt und insbesondere eine strukturierte Reanimation, klare Kommunikation und das koordinierte Zusammenspiel im Team trainiert.
Neben Theorie und Training bot die Veranstaltung Raum für den Austausch zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr, Leitstelle, Ärzteschaft und Pflege. Gerade dieser organisationsübergreifende Dialog ist ein wichtiger Baustein, um Schnittstellen zu verbessern und voneinander zu lernen.
Die große Teilnehmerzahl und die intensive Beteiligung machten deutlich, dass die Verbesserung der Reanimationsversorgung eine gemeinsame Aufgabe ist. Die Veranstaltung von Christophorus Kliniken und Ärztlicher Leitung Rettungsdienst verband deshalb bewusst Datenanalyse, Fortbildung, praktisches Training und persönlichen Austausch. Das gemeinsame Ziel: die Versorgung und damit die Überlebenschancen von Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand im Kreis Coesfeld kontinuierlich weiter zu verbessern.