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„KI ist Breitensport“

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Einige Männer in formeller Kleidung stehen in einem Messegelände. Im Hintergrund sieht man einen weißen Service Roboter.

Foto: Auf dem Markt der Möglichkeiten bot sich Gelegenheit zum Netzwerken und dem Entdecken von Service-Robotern (Bildquelle: Kreis Coesfeld).

Digitalkonferenz 2026 zeigt Vielfalt praktischer Anwendungen

Wie lässt sich Künstliche Intelligenz konkret und verantwortungsvoll einsetzen? Welche Anwendungen funktionieren bereits – und was können Kommunen und Unternehmen voneinander lernen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die dritte Digitalkonferenz der Digitalagentur Kreis Coesfeld am Montag, 2. November 2026, in der Steverhalle in Senden. Mehr als 200 Anmeldungen unterstrichen das große Interesse an der Veranstaltung.

Unter dem Motto „KI anwenden. Zukunft gestalten.“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Unternehmen, Start-ups, Institutionen und Netzwerken zusammen. Nach der Begrüßung durch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Sendens Bürgermeister Sebastian Täger bot das vierstündige Programm bewusst viele kurze Vorträge und Impulse. 

Zum Auftakt gab Timothy Meixner, Geschäftsführer der Digitalen Profis, in seiner Keynote einen praxisnahen Einblick in die aktuellen Entwicklungsschritte Künstlicher Intelligenz und zeigte unter anderem, wie sogenannte Skills-Dateien die Arbeit mit KI-Systemen unterstützen können.

Vier Start-ups bewiesen anschließend, wie viel sich in jeweils fünf Minuten vermitteln lässt: Bonisoft, Qualimero, amberSearch und scaile präsentierten ihre Ideen in kompakten Pitches. Die neue Start-up-Area entstand in Kooperation mit CorneXion.

Einen weiteren Impuls gab PERCOL aus Haltern am See. Das Unternehmen präsentierte einen Ansatz, mit dem bestehende Branchensoftware weiter genutzt und durch eine zwischengeschaltete KI gezielt verbessert werden kann. Damit lassen sich Schwächen bestehender Systeme adressieren, ohne unmittelbar einen aufwendigen Softwarewechsel mit allen damit verbundenen Hürden vornehmen zu müssen.

Der größte Programmpunkt war der Markt der Möglichkeiten. Unternehmen, Start-ups und weitere Organisationen präsentierten dort Anwendungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik, Daten, Mobilität und kommunale Digitalisierung. Direkt am Eingang präsentierte Kirchhoff eine vielfältige Auswahl an Service- und Reinigungsrobotern. Während einige Roboter Geschirr und leere Flaschen einsammelten, sorgten andere mit ihren Einsatzmöglichkeiten in der Reinigung für Aufmerksamkeit. Auch SEDICO zeigte im Innenraum verschiedene Roboter im praktischen Einsatz.

Anschließend stellte Niko Schaten von Tobit Software mit YouTaxi ein Carsharing-Angebot vor, das neben einer unkomplizierten Ausleihe auch Rückmeldungen zum Fahrverhalten bietet und Anreize über Gutscheine und Guthaben setzt. Die Stadt Ahaus unterstützt das Angebot unter anderem durch kostenfreies Parken der Flottenfahrzeuge.

Wie Einsatzkräfte von Drohnen und KI profitieren können, thematisierten Robor Electronics und Spectro-AI mit dem Projekt „Emergency Drone“. Die vorgestellten Ansätze reichen von der Suche nach Personen beziehungsweise Körpern unter Wasser bis zur Erkennung von Bränden und zur Simulation ihrer möglichen Ausbreitung.

Rodja Trappe von Zauberzeug gab Einblicke in die firmeneigene KI „Zoe“. Sie bündelt das Wissen des Unternehmens und kann auf freiwilliger Basis von allen Mitarbeitenden genutzt werden. Ein differenziertes Rechtesystem stellt sicher, dass sensible Informationen nur den jeweils berechtigten Personen zugänglich bleiben.

„KI ist Breitensport“, lautete eine der zentralen Aussagen von Dr. Sebastian Köffer vom Digital Hub münsterLAND. Die neuen Technologien seien für zahlreiche Bedarfe geeignet und bei ihrer Nutzung sollte keine falsche Scheu bestehen. In seinem Kurzimpuls teilte er Erkenntnisse aus der Hub Community darüber, wie Start-ups und etablierte Unternehmen in einem Umfeld agieren, in dem neue KI-Modelle bisherige Regeln, Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen grundlegend verändern.

Zum Abschluss rückte Dr. Nicolas Apitzsch, Beigeordneter der Stadt Lünen, promovierter Psychologe und Autor, die menschliche Verantwortung in den Mittelpunkt. In seiner Keynote ging es unter anderem um „epistemische Souveränität“:  Die eigene Prüfpflicht erschöpfe sich nicht darin, eine KI-generierten Text auf Fehler zu kontrollieren. Entscheidend sei auch zu fragen, ob andere Personen zu einer sinnvolleren Einschätzung gekommen wären, ob Gegenpositionen berücksichtigt wurden und ob man die Aufgabe grundsätzlich noch selbst hätte lösen können.

Die Digitalagentur Kreis Coesfeld dankt allen Referierenden, Start-ups, Ausstellenden und Partnern sowie dem Organisationsteam für ihr Engagement.

Weitere Informationen zur Digitalagentur Kreis Coesfeld gibt es unter: www.coe.de/digitalisierungskonferenz2026.

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